Gerbel an Camerarius, 01.07.1540

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
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Gerbel an Camerarius, Ende 04.1540April 1540 JL
Gerbel an Camerarius, 09.04.15399 April 1539 JL
 Briefdatum
Camerarius an die Straßburger Freunde, 23.07.154023 Juli 1540 JL
Gerbel an Camerarius, 15.02.154215 Februar 1542 JL
Gerbel an Camerarius, 15.07.154215 Juli 1542 JL
Werksigle OCEp 0297
Zitation Gerbel an Camerarius, 01.07.1540, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0297
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10368, Nr. 114
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. N1r-N2r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Nikolaus Gerbel
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1540/07/01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Kl. Iulii
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit De Prooemio in Cuspiniani historiam quae tu admonuisti
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00104172-2
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Briefe/Redaktionelle Überarbeitung; Werkgenese; Werkanfrage
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:US; Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 0297
Zitation Gerbel an Camerarius, 01.07.1540, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0297
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10368, Nr. 114
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. N1r-N2r
Fremdbrief? nein
Absender Nikolaus Gerbel
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1540/07/01
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Kl. Iulii
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Tübingen
Gedicht? nein
Incipit De Prooemio in Cuspiniani historiam quae tu admonuisti
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00104172-2
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Briefe/Redaktionelle Überarbeitung; Werkgenese; Werkanfrage
Datumsstempel 17.12.2019


Zielort mutmaßlich. Der Brief wurde für den Druck redaktionell überarbeitet.

Regest

Gerbel werde der Aufforderung des Camerarius bezüglich des Proöms für die historia des (Johannes) Cuspinian mit größtmöglicher Sorgfalt und Genauigkeit nachkommen. Man könne nämlich viel Herausragendes über Cuspinian berichten. einiges besonders Erstaunliche und Lobenswerte habe Gerbel persönlich an jenem Mann beobachten können. Wenn es etwas Besonderes gebe, das bisher noch nicht von vielen behandelt wurde, werde er kurz darauf eingehen. Er werde so viel Arbeit auf das Proöm verwenden, wie ihm nötig scheine.

Er tue ihm leid, dass es Camerarius noch nicht besser gehe und er bei der Heimreise (aus Plombières) mit vielen Widrigkeiten konfrontiert wurde. Aber vielleicht tröste es ihn, dass Gerbel seit über 50 Jahren noch kein härteres und verhängnisvolleres Jahr als dieses erlebt habe. Um von den vielen anderen Problemen zu schweigen: welche Krankheiten und Übel habe (allein) Hagenau beschert? Überall lägen die besten und berühmtesten Männer krank darnieder. Zu ihnen gehöre Hieronymus Baumgartner, der hier nun schon den zehnten Tag im Bett liege und mit Harndrang/Stuhldrang (tenesmus) zu kämpfen habe. Was Philipp (Melanchthon) widerfahren sei, sei Camerarius schon von seinen Freunden mitgeteilt worden, wie Gerbel erfahren habe. Wenn (Melanchthon) gestorben wäre, was hätte dem Staat Schlimmeres und Verhängnisvolleres geschehen können? Wegen (Melanchthon) sei Gerbel zusammen mit seinem Söhnlein nach Hagenau gereist, damit dieser einen solch großen Mann (sc. Melanchthon) sehen könne. In Hagenau habe Gerbel dann täglich Boten nach Sachsen geschickt, um zu erfahren, wo (Melanchthon) sei und wann er kommen werde. Aber er habe immer nur unsichere und nicht vertrauenswürdige Nachrichten erhalten. Deshalb habe er alle Hoffnung fahren lassen, sei nach Hause zurückgekehrt und sich auf der Rückreise ein Steinleiden, Erbrechen, Dysenterie und irgendwelche weiteren schlimmen Krankheiten zugezogen. Und kaum hatte er sich von ihnen erholt, wurde er zuhause mit dem Tod seiner Tochter konfrontiert, die - noch ein Kleinkind - beim Treppensteigen verunglückt war. Dies schreibe er an Camerarius, damit ein jeder sein Leid gelassener ertrage, wenn er sehe, dass überall Elend und Unglück herrsche.

Gerbels Sohn (unbekannt) werde sich für das elegante Geschenk des Camerarius bedanken und gelegentlich versuchen, etwas (Vergleichbares) nachzuahmen und ihm eine Kostprobe zu schicken. Gerbel habe nichts Schöneres, Prächtigeres und Erhabeneres gesehen als dieses Bild, das sein Sohn für immer schätzen werde. Gerbel selbst danke ihm nicht weniger, da er sehe, dass beide (Bilder) herausragend und bewundernswert seien. Sowohl der Charakter des Camerarius als auch sein Geschenk seien wert, dass man sich ewig an sie erinnere.

Lebewohl.

Könnte Gerbel doch Camerarius nur persönlich berichten, was er in Hagenau mit dem hochgelehrten Lazare de Baïf über griechische Geschichtsschreiber geredet habe sowie über die Stelle am Ende der institutiones de publicis iudiciis, wo es heißt "in Xerolopho" (s. Anm.)!

Vergeblich habe Gerbel gehofft, Baïf werde zu Camerarius (nach Tübingen) kommen. Tatsächlich sei er aber geradewegs mit Christoph von Württemberg zu seinem König (Franz) gereist.

Lebewohl. Bitte um Aufrechterhaltung des Wohlwollens.

(Manuel Huth)

Anmerkungen