Gerbel an Camerarius, 15.07.1542

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Gerbel an Camerarius, 15.02.154215 Februar 1542 JL
Camerarius an die Straßburger Freunde, 23.07.154023 Juli 1540 JL
Gerbel an Camerarius, 01.07.15401 Juli 1540 JL
 Briefdatum
Gerbel an Camerarius, 22.11.154522 November 1545 JL
Gerbel an Camerarius, 31.08.155031 August 1550 JL
Werksigle OCEp 0299
Zitation Gerbel an Camerarius, 15.07.1542, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0299
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. N3r/v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Nikolaus Gerbel
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1542/07/15
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Idib. Iulii
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Leipzig
Gedicht? nein
Incipit Quae tu de amico nostro ad me scripsisti
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 0299
Zitation Gerbel an Camerarius, 15.07.1542, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0299
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. N3r/v
Fremdbrief? nein
Absender Nikolaus Gerbel
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1542/07/15
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum Idib. Iulii
Sprache Latein
Entstehungsort Straßburg
Zielort Leipzig
Gedicht? nein
Incipit Quae tu de amico nostro ad me scripsisti
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 17.12.2019


Zielort mutmaßlich.

Regest

Gerbel verstehe einfach nicht, was Camerarius über ihren gemeinsamen Freund (unbekannt) schreibe. Hier (in Straßburg) habe er nämlich nichts gehört, was zu dem passe, was Camerarius schreibe. Er wisse nicht, wo, wann und wohin der gemeinsame Freund abgereist sei. (Vielmehr) stehe er (in Straßburg) noch bei einigen Leuten in hohem Ansehen, andere hingegen hassten ihn sehr. Sein Amt verrichte er recht ehren- und verdienstvoll. Sicherlich wisse Camerarius, dass das Gerede über den Mann gehaltlos, töricht und falsch sei. Sollte (Martin) Luther oder seinen Schriften etwas Schlechtes widerfahren, tue dies Gerbel leid (s. Anm.). Aber hoffentlich habe Luther dafür gesorgt, dass alles, was er schreibe, bedenkenlos an die Öffentlichkeit gelangen könne. Gleichwohl schreibe man ja oft einiges an seine Freunde, von dem man nicht wolle, dass es das Volk erfahre, denn das griechische Verslein sei wahr, dass das Volk zwar stark sei, aber keinen Verstand besitze. Und es seien, wie Camerarius gesagt habe, beschwerliche und gefährliche Zeiten. Es gebe beinahe keinen Ort in Europa, der nicht vom Lärm starrender Waffen erfüllt sei.

Camerarius möge ihm bitte schreiben, welche guten, insbesondere alten, Schriftsteller sich in seinem Besitz befänden.

(Johann) Oporinus habe Gerbel ein Fragment aus der varia historia des (Claudius) Aelian geschickt. Es sei derart verstümmelt und voller Lücken, dass er es beinahe fast lieber nicht gesehen hätte. Was solle nämlich Tantalos mit den Äpfeln anfangen? Das Werk sei an sich aber voll mit erstaunlichen Dingen und würdig, in die Hände gelehrter Männer zu kommen.

Camerarius möge auf seine Gesundheit achten. Grüße von Gerbel und seiner Gattin (Dorothea Gerbel) an die Gattin des Camerarius, (Anna).

Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Sollte (Martin) Luther oder seinen Schriften etwas Schlechtes widerfahren, tue dies Gerbel leid": Offenbar fürchtete man, dass der nicht genannte Freund private Schreiben Luthers veröffentlichen könnte.