Hessus an Camerarius, 1533-1535

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Werksigle OCEp 0115
Zitation Hessus an Camerarius, 1533-1535, bearbeitet von Manuel Huth (24.09.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0115
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. M1v-M2v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn 1533
Unscharfes Datum Ende 1535/08
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Cum iam esset abiturus tabellarius
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Medizin; Biographisches (Krankheit); Guajak; Horoskop/Thema coeli
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:JS
Datumsstempel 24.09.2019
Werksigle OCEp 0115
Zitation Hessus an Camerarius, 1533-1535, bearbeitet von Manuel Huth (24.09.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0115
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. M1v-M2v
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum gesichert? nein
Unscharfes Datum Beginn 1533
Unscharfes Datum Ende 1535/08
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Cum iam esset abiturus tabellarius
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Medizin; Biographisches (Krankheit); Guajak; Horoskop/Thema coeli
Datumsstempel 24.09.2019


Entstehungs- und Zielort ermittelt.

Anmerkungen zur Datierung

Hessus scheint bereits Nürnberg verlassen zu haben, aber Camerarius noch nicht nach Tübingen gezogen zu sein. Der Brief dürfte somit frühestens 1533 und spätestens im August 1535 verfasst worden sein.

Regest

Als der Bote (Unbekannt) bereits im Begriff stand, aufzubrechen, und zwar viel später als Hessus erwartet hatte, habe (Georg) Sturtz ihm einen von Camerarius an Sturtz verfassten Brief geschickt, aus dem Hessus Folgendes ersehen habe können: Camerarius leide immer noch an seinem alten Leiden (ein eitriges Geschwür) und es sei nicht nur keine Linderung eingetreten, sondern sogar eine Verschlimmerung, denn es greife nun auch auf die Füße und Fersen aus. Camerarius erwäge deswegen den Gebrauch eines gewaltsamen Heilmittels.

Hessus missbillige diesen Entschluss zwar nicht, rate ihm aber davon ab, Guajak zu benutzen, denn auch wenn er noch nicht mit Sturtz geredet habe, wisse er doch, dass es ein sehr invasives Medikament sei, dem selbst starke Körper nicht standhielten, und Camerarius sei ja ein wenig schwächer gebaut. Ein Besuch der Thermen in Bad Wildbad (thermae fer(in)ae) sei vielleicht einfacher und für Camerarius erträglicher. Wie er sich erinnere, sagten einige, dass (Ulrich von) Hutten länger hätte leben können, wenn er nicht auf dieses Holz (sc. Guajak) vertraut hätte. Camerarius solle sich ganz auf den Rat gelehrter Ärzte verlassen. Wie auch immer er sich entschließen werde, Sturtz und Hessus werden versuchen, alles in Erfahrung zu bringen, was Camerarius von Nutzen sein könne. Aber da das Leid schließlich auf den Fuß übergegriffen habe (defluxit = "es ist herabgeflossen“), was wenn es durch diesen den Körper verlasse, da es ja nun nichts mehr habe, auf das es "herabfließen“ könne? Hessus sei zuversichtlich. Camerarius möge auf sich achtgeben. Segenswunsch. Hessus sei von dem Boten davon abgehalten worden, Sturtz zu besuchen. Es seien auch einige andere redliche Männer bei ihm gewesen. Hessus wolle auch jetzt noch bei Sturtz essen. Bei der nächsten Gelegenheit werde er Camerarius schreiben, was er mit Sturtz besprochen habe. Hessus habe diesen Brief vormittags unter Alkoholeinfluss geschrieben, denn der Brief des Camerarius habe ihn derart mitgenommen, dass er halb betrunken diesen halb lateinischen Brief verfasste.

Wenn Camerarius derzeit nicht mit der Erstellung so vieler Nativitäten für Mitglieder der Familie Sturtz beschäftigt wäre, würde Hessus ihn auch mit seiner eigenen belästigen. Er sei jetzt nämlich sicher, in welchem Jahr, an welchem Tag und zu welcher Stunde er geboren sei. Als er bei Camerarius gewesen sei, war er ja diesbezüglich noch unsicher und dennoch bestätigten auch hier (sc. Erfurt) viele Dinge die Voraussagen des Camerarius. Aber dazu ein andermal.

Grüße an (Johann) Mylius, dessen Bruder (unbekannt) neulich Camerarius geschrieben habe, er werde seine vier Söhne hierher schicken, falls Hessus zustimme. Hessus habe zurückgeschrieben, dass er diesen kühnen Schritt tun solle. Camerarius möge dies Mylius ausrichten.

Grüße an (Hieronymus) Baumgartner. Hessus werde ihm und den anderen (Nürnbergern) bald schreiben. Was sei dem Mathematiker (Johannes Schöner?) zugestoßen, etwa dasselbe (unklar) wie Hessus im letzten Jahr?

(Manuel Huth)

Literatur und weiterführende Links

  • Gottlob Christian Friedrich Mohnike: Kirchen- und litterarhistorische Studien und Mittheilungen, Bd. 1. Stralsund 1824, S. 233 f. (Zur Behandlung mit Guajak; Mohnike deutet den Brief dahingehend, dass Camerarius an Syphilis erkrankt war).