Joachim II. und Philipp Camerarius an Joachim Ernst (Anhalt), 22.-24.09.1582

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0466
Zitation Joachim II. und Philipp Camerarius an Joachim Ernst (Anhalt), 22.-24.09.1582, bearbeitet von Manuel Huth (02.06.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0466
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. (:)2r-(:)4r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius II.;Philipp Camerarius
Empfänger Joachim Ernst (Anhalt)
Datum 1582-09
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 22.-24.09.1582, Datum ca. (aequinoctio autumnali)
Unscharfes Datum Beginn 1582/09/22
Unscharfes Datum Ende 1582/09/24
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum inter varia scripta parentis nostri p. m. nondum edita
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Kurzbeschreibung Joachim II. und Philipp geben mit der Veröffentlichung der Briefe ihres Vaters den Bitten bedeutender Gelehrter nach, die sich anerkennend über die Qualität seiner Briefe äußerten. Sie bitten andere Gelehrten von eigenen Publikationen abzusehen und stellen weitere Editionen in Aussicht. Die Briefe seien so hergerichtet worden, dass sie mit Nutzen gelesen werden könnten oder zumindest niemandem schadeten. Man habe nur Schreiben ausgewählt, die an bereits Verstorbene gerichtet seien. Etwaige stilistische Fehler in den Briefen möge man verzeihen, da Camerarius durch diese Schriften eine zweite Geburt erlebe und sie ja gar nicht im Hinblick auf eine spätere Veröffentlichung verfasst habe. Die Edition sei Joachim von Anhalt gewidmet, da sich das Haus Anhalt über viele Jahre hinweg sehr großzügig gegenüber Camerarius gezeigt habe.
Anlass
Register Widmungsbrief; Editionskriterien; Edition; Briefsammlung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4; Benutzer:US
Datumsstempel 2.06.2019
Werksigle OCEp 0466
Zitation Joachim II. und Philipp Camerarius an Joachim Ernst (Anhalt), 22.-24.09.1582, bearbeitet von Manuel Huth (02.06.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0466
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. (:)2r-(:)4r
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius II.;Philipp Camerarius
Empfänger Joachim Ernst (Anhalt)
Datum 1582-09
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 22.-24.09.1582, Datum ca. (aequinoctio autumnali)
Unscharfes Datum Beginn 1582/09/22
Unscharfes Datum Ende 1582/09/24
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum inter varia scripta parentis nostri p. m. nondum edita
Regest vorhanden? ja
Paratext ? ja
Paratext zu Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Kurzbeschreibung Joachim II. und Philipp geben mit der Veröffentlichung der Briefe ihres Vaters den Bitten bedeutender Gelehrter nach, die sich anerkennend über die Qualität seiner Briefe äußerten. Sie bitten andere Gelehrten von eigenen Publikationen abzusehen und stellen weitere Editionen in Aussicht. Die Briefe seien so hergerichtet worden, dass sie mit Nutzen gelesen werden könnten oder zumindest niemandem schadeten. Man habe nur Schreiben ausgewählt, die an bereits Verstorbene gerichtet seien. Etwaige stilistische Fehler in den Briefen möge man verzeihen, da Camerarius durch diese Schriften eine zweite Geburt erlebe und sie ja gar nicht im Hinblick auf eine spätere Veröffentlichung verfasst habe. Die Edition sei Joachim von Anhalt gewidmet, da sich das Haus Anhalt über viele Jahre hinweg sehr großzügig gegenüber Camerarius gezeigt habe.
Register Widmungsbrief; Editionskriterien; Edition; Briefsammlung
Datumsstempel 2.06.2019


Regest

Unter den verschiedenen noch nicht veröffentlichten Schriften ihres Vaters (Joachim Camerarius I.) befänden sich auch zahlreiche handschriftliche Briefe. Als Philipp und Joachim II. diese Schreiben bedeutenden Gelehrten gezeigt hätten, hätten diese sich nicht nur aus Zuneigung zu ihrem verstorbenen Vater beifällig über dessen Briefe geäußert, sondern sie sogar dazu gedrängt, die Briefe möglichst bald gemeinsam mit den anderen Schriften zu edieren. Sie behaupteten nämlich, die Briefe seien weder stilistisch schlecht noch inhaltlich unbedeutend, vielmehr werde ihre Lektüre vielen anderen und insbesondere den Studenten der schönen Künste Freude und Nutzen bringen.

Die Söhne hätten aber zunächst abwarten und die Edition hinauszögern wollen, da sie den Willen ihres Vaters kannten, davon abzusehen, dass irgendeine seiner Schriften nach seinem Tod unbesonnen herausgegeben werde. Schließlich hätten aber doch die häufigen Mahnungen obsiegt und sie dazu gebracht, ihre Meinung zu ändern, zumal sie von zuverlässigen Leuten gehört hätten, dass andere Leute Briefe, Werke und Mitschriften ( dictata, d.h. wohl von Vorlesungen) sammelten und bereits an Drucker schickten. Aber da die Söhne wegen ihrer Kenntnis der Pläne ihres Vaters für diese Aufgabe besser geeignet seien und (somit) seinem Ruf dienlicher sein dürften, glaubten sie, unter diesem Umständen nicht gegen den Willen ihres Vaters zu verstoßen. Sollte ihr Unterfangen den Beifall anderer guter und gelehrter Männer finden und diesen die Lektüre angenehm und willkommen sein, werden sie sich in Zukunft vielleicht um die Edition weiterer – sei es philologischer, sei es historischer – Schriften ihres Vaters bemühen, nachdem sie diese sorgfältig durchgesehen und (für den Druck) abgeschrieben hätten.

Andere möchten bitte von eigenen Editionen absehen und Joachim II. und Philipp in ihrem Vorhaben unterstützen. Im Bewusstsein, dass dies ihrem Vater besonders am Herzen lag, wollten sie sich Mühe geben, seine Schriften so herzurichten (adornare), dass sie mit Nutzen gelesen werden könnten oder zumindest keine guten Menschen beleidigten. Deshalb hätten sie aus dem großen Haufen von Briefen die wohl geeignetsten Briefe – und nur solche, die an bereits Verstorbene gerichtet seien – zur Publikation auswählen wollen. Sollte in den Briefen einmal etwas stehen, das (stilistisch) nicht ganz so glatt oder wissenschaftlich nicht korrekt zu sein scheine, sollten die Freunde und Leser bedenken, dass Camerarius durch die Briefausgabe gleichsam eine (zweite) postume Geburt erlebe und die Briefe nicht im Hinblick auf eine spätere Veröffentlichung verfasst habe. Die Leser werden dies sicherlich verzeihen, denn es sei nicht dasselbe, wenn man bei der Abfassung von Briefen nur die Adressaten im Auge habe, wie wenn man für viele Leser schreibe, so Cicero in einem Brief an Trebonius (Cicero, Ad familiares 15, 21, 4).

Joachim II. und Philipp hätten diesen Druck dem Joachim Ernst von Anhalt vor allem deswegen gewidmet, weil sich das Haus Anhalt über viele Jahre hinweg ihrem Vater sehr großzügig gezeigt habe. Da dies dem Fürsten sehr wohl bekannt sei und es auch sehr viele Zeugnisse gebe, die dies belegten, glaubten die Söhne, es bedürfe an dieser Stelle nicht noch vieler Worte. Sie bäten ihn allerdings darum, einen Teil der Gunst, die er ihrem Vater gegenüber zeigte, auf sie, seine Kinder und Erben, zu übertragen und die Widmung anzunehmen.

Lebewohl.

(Manuel Huth)