Micyllus, Ad Ioachimum Camerarium abeuntem cum Philippo Elegia, 1568

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0819
Zitation Ad Ioachimum Camerarium abeuntem cum Philippo Elegia, bearbeitet von Manuel Huth und Michael Pöschmann (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0819
Name Joachim Camerarius I.
Status Herausgeber
Herausgegebener Autor Jakob Micyllus
Sprache Latein
Werktitel Ad Ioachimum Camerarium abeuntem cum Philippo Elegia
Kurzbeschreibung Elegisches Abschiedsgedicht, in dem Jakob Micyll die bevorstehende Abreise von Camerarius und Melanchthon beklagt.
Erstnachweis 1568
Bemerkungen zum Erstnachweis Jahr des Drucks
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn)
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende)
Schlagworte / Register Elegie; Propemptikon
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Camerarius, Epistolae doctorum, 1568, Bl. E4r-E5v
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. E4r-E5v
Carmen
Gedicht? ja
Widmungsempfänger Philipp Melanchthon; Joachim Camerarius I.
Incipit Ibitis Hercinii per inhospita regna coloni
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen nicht München, Clm, 10366, 135-138
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI4
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 4.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0819
Zitation Ad Ioachimum Camerarium abeuntem cum Philippo Elegia, bearbeitet von Manuel Huth und Michael Pöschmann (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0819
Name Joachim Camerarius I.
Herausgegebener Autor Jakob Micyllus
Sprache Latein
Werktitel Ad Ioachimum Camerarium abeuntem cum Philippo Elegia
Kurzbeschreibung Elegisches Abschiedsgedicht, in dem Jakob Micyll die bevorstehende Abreise von Camerarius und Melanchthon beklagt.
Erstnachweis 1568
Bemerkungen zum Erstnachweis Jahr des Drucks


Schlagworte / Register Elegie; Propemptikon
Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Camerarius, Epistolae doctorum, 1568, Bl. E4r-E5v
Carmen
Gedicht? ja
Widmungsempfänger Philipp Melanchthon; Joachim Camerarius I.
Incipit Ibitis Hercinii per inhospita regna coloni
Bearbeitungsdatum 4.02.2020


Aufbau und Inhalt

Gedicht in 36 elegischen Distichen.

Es handelt sich um eine elegisches Abschiedsgedicht, in dem Jakob Micyll die bevorstehende Abreise von Camerarius und Melanchthon beklagt.

Ihr Weg werde durch die unwirtsamen Gebiete des Herkynischen Waldes führen, zum Main und Rhein. Der (Abschieds-)Schmerz quäle Mycill und die Angst lasse ihn nicht los, denn wer könnte es schon sorglos ertragen, wenn er zwei ihm so teure Männer von sich weggehen sehe? Oder keine Angst haben? Denn tausende Gefahren könne er auf ihrem langen Weg vorhersehen, sodass ihm schlaflose Nächte und sorgenvolle Tage bevorstehen. Gott aber möge dafür sorgen, dass diese Angst unbegründet sei, sie sicher heimkehren lassen und den Tag, an dem sie wieder herkämen in nicht allzu weite Ferne legen. Auch die Musen und Apoll selbst trauerten um ihr Fortgehen. Die zurückgelassenen Mitglieder des gelehrten Freundeskreises riefen nach ihnen mit trauriger Stimme. Wie viele gebe es, die weinten?

Wohin reise nun der Stolz der „Albis“ (damit dürfte wohl Wittenberg gemeint sein und nicht die Elbe), welche Häuser lasse er leer zurück? Wenn Melanchthon sterben sollte, dann hätte sie wahrlich schon ihr Szepter verloren. Denn Melanchthon habe sie berühmt gemacht, zu den Sternen erhoben, ihre Vorrangstellung, ihre Kinder geformt und unterrichtet, sowie als erster die von Latium und Griechenland hervorgebrachten Künste bekanntgemacht. Es folgt die Betonung der Vorrangstellung Wittenbergs gegenüber anderen Städten.

Melanchthon habe der Stadt großen Ruhm verschafft und auf ihm allein ruhe ihre Hoffnung und der Ruhm der Universität.

Möge Melanchthon, der nun an Küsten des Rheins wandere, sicher heimkehren.

Wenn sie aber all diese Klagen nicht erweichen könnten und die Begierde, fremde Reiche zu sehen sie im Griff habe, dann möge ihnen doch der Lenker aller Dinge und die Wechselhaftigkeit der Zeiten in den Sinn kommen. Es seien gefährliche Zeiten und selbst der Bauer könne kaum auf den Feldern sicher seine Arbeit abschließen; von da drohten die Schwerter der Soldaten, von dort die Speere der Reiter, keinem könne man gänzlich trauen und überall herrsche die Furcht.

Zugrunde möge der gehen, der das Schwert erfunden und in seine gierigen Hände genommen habe, er könne kein Mensch sein und müsse von rauen Felsen abstammen (nach Vergil Aen. IV, 366). Er habe vermutlich weder den Tod seines Vaters betrauert noch seine Kinder geküsst.

Gott möge dieses Unheil von ihnen abwenden. Andere sollten in den Kampf ziehen, ihr (sc. Camerarius', Micylls und Melanchthons) Ruhm werde sich, wenn überhaupt, auf ihre Studien gründen.

(Melanchthon und Camerarius), die sich übermäßig sicher fühlten, sollten ihrer Heimat und ihrer Eltern gedenken und vorsichtig ihren so schweren Weg beschreiten, denn dann werde Gott leicht all ihre Unterfangen begünstigen und es ihnen ermöglichen, unverletzt zurückzukehren.

(Michael Pöschmann)