Camerarius an Grynäus, frühestens 10.1536

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0444
Zitation Camerarius an Grynäus, frühestens 10.1536, bearbeitet von Manuel Huth (07.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0444
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. S5v-S6v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Simon Grynäus
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; ermitteltes Datum: frühestens Oktober 1536; s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1536-10
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort Basel
Gedicht? nein
Incipit Mirum est, ut hoc sic agam, te opere tanto quaesere
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Ciceronianismus; Biographisches (Rezeption)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen Bin bei einigen Stellen nicht ganz sicher gewesen; muss nochmal die Datierung überprüfen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 7.12.2019
Werksigle OCEp 0444
Zitation Camerarius an Grynäus, frühestens 10.1536, bearbeitet von Manuel Huth (07.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0444
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. S5v-S6v
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Simon Grynäus
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; ermitteltes Datum: frühestens Oktober 1536; s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1536-10
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort Basel
Gedicht? nein
Incipit Mirum est, ut hoc sic agam, te opere tanto quaesere
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Ciceronianismus; Biographisches (Rezeption)
Datumsstempel 7.12.2019


Entstehungs- und Zielort mutmaßlich.

Hinweise zur Datierung

Regest

Er wundere sich über die Bitte des Grynäus. Er könne und wolle nicht anders handeln (als der Bitte nachzukommen; s. Anm.). Es folgt eine Betonung seiner eigenen Bescheidenheit. Dies alles habe Camerarius vorausschicken wollen.

Camerarius habe ihrem gemeinsamen Freund (Guillaume) Bigot zurückgeschrieben. Camerarius wundere sich, dass sich Bigot über den Brief geärgert habe, den Camerarius ihm zur Weiterleitung an Grynäus übergeben hatte. Aber Camerarius mache ihm keine Vorwürfe und er bitte Grynäus, Bigot um seinetwillen weiterhin wertzuschätzen. Sollte er Camerarius namentlich angreifen, werde er sich mit dem Bewusstsein trösten, dass er immer nur die besten Absichten gegenüber (Bigot) hatte. Er werde sich auch nicht dazu hinreißen lassen, eine unsichere und unklare Aussage als gegen sich gerichtet zu interpretieren. Hoffentlich werde (Bigot) ihnen bezüglich der Entelechie (s. Anm.) einen guten und schönen Einfall mitteilen. Wovon einige in dieser Sache überzeugt waren oder was sie über sie glaubten, dürfe man doch aussprechen und so denjenigen tadeln, der vorher Cicero nicht geschont hatte. Camerarius lehne es auch nicht ab, dasss (Bigot) selbst dieselbe Strafe (wie Cicero) erleide. Grynäus solle sich darum keine Sorgen machen und ruhig bleiben. Er wolle an seiner Freundschaft zu (Bigot) festhalten, ganz gleich wie dieser sich verhalten werde.

Ihm machten private Sorgen und solche um den Staat zu schaffen. Nichts bedrücke ihn so sehr wie sein Pflichtbewusstsein und seine Abscheu vor Charakterlosigkeit. Er vertraue darauf, dass seine Arbeit gottgefällig sei und er werde daher seine Stellung nicht verlassen, es sei denn man zwinge ihn dazu. Wollte er von sich aus seine Anstellung aufgeben, gäbe es dazu sicherlich die ein oder andere gute Gelegenheit. Er schreibe dies, damit Grynäus seine Meinung über die Beharrlichkeit des Camerarius und seine eigene Freundschaft weniger bereue. Camerarius vertraue auf Gott.

Zu der Sache, die Grynäus erwähnt hatte (s. Anm.), könne Camerarius nichts weiter sagen. Und er wisse nicht, ob die mühsamen Disputationen erfolgreich sein würden. Aber er werde dem Willen des Grynäus nachkommen.

Camerarius werde gut auf die chartae Ptolemaicae (schon gedruckte Blätter des noch unvollendeten Ptolemäus) achtgeben. Grynäus solle ihm alles, was er sonst noch fertig stelle, baldmöglichst zuschicken.

Seine Meinung zum Theon werde Camerarius später darstellen. Im Moment habe er keine Möglichkeit dazu. Lebewohl.

(Manuel Huth)

Anmerkungen

  • "Er könne und wolle nicht anders handeln (als der Bitte nachzukommen)": Gemeint ist, dass Camerarius einen Brief an den ihm zürnenden Bigot schreiben sollte, vgl. Grynäus an Camerarius, 10./11.1536.
  • "bezüglich der Entelechie": Der Begriff ist hier als Teil des zeitgenössischen imitatio-Diskurses zu verstehen. Es geht um eine individuelle Stilidee, die in jedem Menschen verschieden im Sinne der aristotelischen Entelechie angelegt ist (vgl. Ueding, Gert: Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 4: Hu-K, Tübingen 1998, Sp. 261).
  • "Zu der Sache, die Grynäus erwähnt hatte": Gemeint ist wohl der Streit mit Bigot und/oder die Frage, inwiefern Cicero als Stilideal nachgeahmt werden sollte.