Camerarius an Baumgartner d.Ä., 17.04.1552

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0660
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 17.04.1552, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0660
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 254-255
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1552/04/17
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 15. Cal. Maii 52
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Quas proxime litteras ad te scripsi
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Fürstenaufstand (1552)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 17.12.2019
Werksigle OCEp 0660
Zitation Camerarius an Baumgartner d.Ä., 17.04.1552, bearbeitet von Manuel Huth (17.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0660
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 254-255
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Hieronymus Baumgartner d.Ä.
Datum 1552/04/17
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 15. Cal. Maii 52
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Quas proxime litteras ad te scripsi
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Fürstenaufstand (1552)
Datumsstempel 17.12.2019


Entstehungs- und Zielort mutmaßlich.

Regest

Hoffentlich habe Baumgartner Camerarius' neulich verfassten Brief erhalten. Camerarius wisse nicht, was geschehe, und könne daher auch keine Entscheidungen für die Zukunft treffen. Es gebe schreckliche Gerüchte "über Athen, die Spartaner und alle (möglichen) Ereignisse" (evtl. nach Arist. Eq. 1006), wie Aristophanes sage. Da Camerarius nichts von all den Dingen wisse, deretwegen dieser Sturm (metaphorisch) über sie hereingebrochen sei, freue er sich trotz der Übel. Es sei dann nämlich nicht seine Schuld, wenn etwas schiefgehe. Wenn er bisweilen etwas über die (ständische) Libertät höre und einige bildliche Darstellungen von ihr sehe, schmerze es ihn, dass die Menschen derart unwissend seien, dass sie nicht sähen, dass sie für die ungewisse Hoffnung auf Freiheit Knechtschaft in der Gegenwart hinnähmen. Er werde nicht stoisch argumentieren, dass niemand frei sei außer der Weise. Was aber sage Euripides: Es gebe keinen Sterblichen, der frei sei (Hec. 864). Den Herrn wünsche sich der Mensch oft zu wechseln, die Knechtschaft (an sich gegen die Freiheit einzutauschen) aber niemals. Es müsse Camerarius gestattet sein, während dieser bedeutenden Ereignisse ängstlich zu sein, denn er sehe, wie gefährlich die Situation sei. Hoffentlich werde es gut. Er wisse nicht, was er sonst sagen solle. Weil der Bote später als erwartet abgereist sei, habe er dies geschrieben, um bei Baumgartner Beruhigung zu finden, da er in diesen Zeiten sonst kaum Ruhe finde. Er bete zu Christus, dass er die Gläubigen beschütze. Lebewohl.

(Manuel Huth)

Literatur und weiterführende Links