Camerarius an Lazius, 12.02.1553

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0768
Zitation Camerarius an Lazius, 12.02.1553, bearbeitet von Manuel Huth, Ulrich Schlegelmilch und Anne Kram (01.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0768
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10431(1, Nr. 26
Ausreifungsgrad Konzept
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 362-364
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Wolfgang Lazius
Datum 1553-02-12
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum prid. Id. Februarij (im Druck o.J); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum huc nuper venissem, dimittente nos Academia Lipsica
Link zur Handschrift http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00111894-5
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Reise); Geschichtsschreibung; Babenberger Fehde (Anfang 10. Jh.)
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:US; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 1.04.2020
Werksigle OCEp 0768
Zitation Camerarius an Lazius, 12.02.1553, bearbeitet von Manuel Huth, Ulrich Schlegelmilch und Anne Kram (01.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0768
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10431(1, Nr. 26
Ausreifungsgrad Konzept
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 362-364
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Wolfgang Lazius
Datum 1553-02-12
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum prid. Id. Februarij (im Druck o.J); s. Hinweise zur Datierung
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Cum huc nuper venissem, dimittente nos Academia Lipsica
Link zur Handschrift http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00111894-5
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung; Biographisches (Reise); Geschichtsschreibung; Babenberger Fehde (Anfang 10. Jh.)
Datumsstempel 1.04.2020


Hinweise zur Datierung

Da das zweite Blatt des Konzepts und damit auch Datum und Absendeort verloren sind, ist das Datum nur aus dem Druck bekannt. Aus Camerarius' Erwähnung, dass er sich wegen der Pest in Leipzig in Nürnberg aufhalte, kann der Brief aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Jahr 1553 datiert werden. Damit korrespondiert auch die Erwähnung der einige Jahre zurückliegenden Edition von Lazius' Stadtgeschichte Wiens aus dem Jahr 1546.

Regest

Camerarius sei neulich hierher (nach Nürnberg) gekommen, da ihn die Universität Leipzig wegen einer Epidemie (propter contagionem pestilentiae) freigestellt habe. Dabei sei er auf ein Buch gestoßen, das Lazius vor einigen Jahren veröffentlich habe und die Geschichte seiner Stadt (Wien) enthalte. Er habe sich sehr geärgert, dass er dieses Buch so lange nicht gelesen habe, und seine Ausführungen deshalb so gierig wie ein Verhungernder gelesen und sei gänzlich darin versunken. Als er aber danach über Einzelheiten genauer nachgedacht habe, sei er bei der Ausführung über die alten Fürsten seiner Heimat (Bamberg) etwas hängen geblieben.

Hinsichtlich derer habe er folgendes im Gedächtnis: Bamberg sei nach einer gewissen Baba (s. Anm.) benannt worden. Er wisse aber, dass das Chronicon Urspergense dargestellt habe, dass Graf Adalbert von Babenberg das Opfer eines Betruges von Hatto (I.) von Mainz wurde und in die Gewalt Ludwigs VI. (s. Anm.) gelangte. Dies müsse im Jahr 910 geschehen sein. Das Grab von Adalbert Babenberg könne man im allgemein als Kloster Theres bezeichneten Kloster am Main sehen. Denn eine Inschrift besage, dass die Stadt (Bamberg) im Herrschaftsbereich Adalberts gewesen sei. Man glaube, dass Bamberg seit dieser Zeit keine eigenen Fürsten mehr hatte und unter die Herrschaft des Kaisers gelangte und der Kontrolle durch den Adel entzogen wurde. Als aber Kaiser Heinrich II. (HRR) dort eine Kirche erbauen ließ und ein Bistum (collegium episcopale) gründete, sei Bamberg dem Bischof und dem Domkapitel (collegium) unterworfen gewesen. Diese Unterwerfung habe sozusagen ihren Höhepunkt erreicht, als es vor 150 Jahren unter Anton von Rotenhan einen Aufstand gab (Bamberger Immunitätenstreit ab 1430). Da man in Lazius' Buch aber lesen könne, dass viele Jahre nach Ludwig III. die Grafen Albert und Leopold von Babenberg (s. Anm.) die östliche Grenze an der Donau beschützten, habe er sich gefragt, wer diese seien, und bedauert, dass er die Geschichte seiner Heimat nicht kenne und nicht wisse, welche Fürsten es dort gab. Denn Lazius scheine anzudeuten, dass sie eine Vorrangstellung in Österreich innehatten und viele bedeutende Persönlichkeiten im Adel hervorbrachten. Er bitte Lazius, ihm mitzuteilen, was er darüber wisse.

Man dürfe sie nicht dafür tadeln, dass sie sich um die Erinnerung an alte Zeiten kümmerten, wenn man mit ihrem eigenen Staat übel verfahre. Wenn er im Gegenzug etwas für Lazius tun könne, werde er sich darum bemühen.

Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • "nach einer gewissen Baba": Gemeint ist Baba di Spoleto, die angebliche Frau des Markgrafen Heinrich von Friesland, der Bamberg nach ihr benannt haben soll.
  • "in die Gewalt Ludwigs VI.": Im Original und im Druck steht Ludwig III., der 910 aber schon verstorben war. Offensichtlich handelt es sich hier um einen Schreibfehler. In Camerarius‘ Brief an Stibar vom 10.4.1526, der dieselbe Geschichte behandelt, wird Ludwig das Kind als König genannt.
  • die Grafen Albert und Leopold von Babenberg: Gemeint sein könnten hier Leopold II. (Österreich) und sein Bruder Albert I. von Bogen, die auch in der Schlacht von Mailberg 1082 zusammen kämpften, oder sein deutlich bekannterer Sohn Leopold III. (Österreich) und dessen Sohn Adalbert.

Literatur und weiterführende Links