Camerarius an Stiebar, 18.12.1554

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 12.09.155412 September 1554 JL
Camerarius an Stiebar, 23.03.155423 März 1554 JL
Camerarius an Stiebar, 22.03.155422 März 1554 JL
 Briefdatum
Camerarius an Stiebar, 11.01.155511 Januar 1555 JL
Camerarius an Stiebar, 15.02.155515 Februar 1555 JL
Werksigle OCEp 1094
Zitation Camerarius an Stiebar, 18.12.1554, bearbeitet von Manuel Huth (03.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1094
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 242-243
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1554/12/18
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 15. Calend. Ianuarii 55
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Modo accepi literas ternas tuas
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Divination und Prodigien; Tafelwerke; Politische Neuigkeiten
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von Benutzer:HIWI4
Datumsstempel 3.03.2020
Werksigle OCEp 1094
Zitation Camerarius an Stiebar, 18.12.1554, bearbeitet von Manuel Huth (03.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1094
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 242-243
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Daniel Stiebar von Rabeneck
Datum 1554/12/18
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum 15. Calend. Ianuarii 55
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort Würzburg
Gedicht? nein
Incipit Modo accepi literas ternas tuas
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Divination und Prodigien; Tafelwerke; Politische Neuigkeiten
Datumsstempel 3.03.2020


Absendeort ermittelt; Zielort mutmaßlich.

Hinweise zur Datierung

Für die Richtigkeit des Datums spricht, dass Philipp II. seinen Vater Karl tatsächlich im Frühherbst 1554 (in Bethun) besuchte (Sylvia Jurewitz-Freischmidt: Karl V. und seine Regentinnen, Gernsbach 2000, S. 552).

Regest

Camerarius habe gerade drei Briefe von Stiebar erhalten. Er wolle mit (Petrus) Lotichius (Secundus) beginnen. Camerarius schätze ihn sehr und glaube, dass er bereits zu Stiebar (nach Würzburg) gekommen sei. Ihm gefalle Stiebars Entschluss. Er werde sich Mühe geben, wenn Lotichius seinen Weg fortsetze, dass ein oder zwei andere (junge Männer) ihn auf seinem Weg begleiteten, damit die Reisekosten geringer ausfielen. Bei ihm (in Leipzig) seien nämlich zwei Nürnberger, die ihr Vater (Unbekannt) schon lange zu auswärtigen Lehrern schicken wolle, aber Camerarius habe bisher davon abgeraten, da ihnen eine Aufsichtsperson gefehlt habe. Stiebar solle ihm mitteilen, wie er sich mit Lotichius geeinigt habe.

Er habe geplant, Georg Gabriel zu sich zu rufen, (und zwar) entweder hierher (nach Leipzig) oder nach Schulpforta, und mit ihm alles zu besprechen und alles Weitere je nach den Umständen und Camerarius' Ermessen handzuhaben. Aber er wollte dies nicht ohne Stiebars Wissen oder in Unkenntnis von Stiebars Meinung tun.

Was Stiebar über den Nachbarn (unbekannt; s. Anm.) schreibe, stimme Camerarius sehr froh, denn was er Stiebar angedeutet hatte, sei nicht unbesonnen dahergesagt, sondern zuverlässige Menschen hätten dies ernsthaft behauptet.

Was den Arzt (Hieronymus) Herold betreffe, stimme Camerarius Stiebar zu. Er wünsche ihm das Beste.

Camerarius schicke ihre Ephemeriden an Stiebar und wolle, dass Stiebar ihm ihre Ephemeriden noch einmal schicke wegen der signa clypeorum (unklar).

Er wisse nicht, was mit der ordinatio (evtl. Bezug auf Camerarius an Stiebar, 22.05.1551?) geschehen werde. Sie sei noch nicht ediert und man dürfe sich auch keine Hoffnung auf eine Edition machen. Camerarius habe darüber an (Christoph) Zobel geschrieben.

Es folgen Ausführungen über Probleme mit einem Tafelwerk, das Camerarius bei einem "Appelles" (sc. einem eigentlich begabten nürnberger Künstler (Unbekannt)) in Auftrag gegeben hatte.

Viele Vor- und Wunderzeichen (signa et portenta) schienen bedeutende Veränderungen anzudeuten. Wenn in Italien ein Krieg ausbreche, werden zweifellos auch diese Gegenden in Unruhe versetzt werden. Camerarius habe einen Brief erhalten, dass die Venezier berittene Garnisonstruppen in all ihren Städten hätten und dass es in Rom zu Morden komme, und dass "Oktavian" (Philipp II.) zu "Cäsar" (Karl V.) gereist sei. Alles deute darauf hin, dass das kommende Jahr den Mächtigen genug Probleme bereiten werde. Sie vertrauten ihr Seelenheil Christus an. Anbei die erstellten rationes (vielleicht sind astrologische Berechnungen für das o.g. Tafelwerk gemeint).

Lebewohl. Segenswunsch.

(Manuel Huth)

Regest

  • "über den Nachbarn": περὶ γείτονος im Druck. Wohl von Camerarius oder seinen Söhnen absichtlich verklausuliert.