Camerarius, Prooemium ad Danielem Stibarum, 1540

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0364
Zitation Ad clarissimum iuvenem Danielem Stibarum canonicum Wurcepurgensem, Ioachimi Camerarii in opera Ciceronis, prooemium, bearbeitet von Marion Gindhart (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0364
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Latein
Werktitel Ad clarissimum iuvenem Danielem Stibarum canonicum Wurcepurgensem, Ioachimi Camerarii in opera Ciceronis, prooemium
Kurzbeschreibung Nach einer umfassenden Klage über die herrschende barbaries und den Verfall der studia rekurriert Camerarius auf das ingenium, aus dem sich alles entwickele, was das menschliche Leben bereichere. Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, seien zur Entfaltung der menschlichen Natur und für eine funktionierende Gesellschaft die eruditio und die studia humanitatis unabdingbar. Die Römer hätten von den Griechen deren gesammeltes Wissen nicht nur übernommen, sondern dieses teilweise auch übertroffen. In den griechischen und lateinischen Schrifen sei alles enthalten, was den Menschen bereichern könne. Unter den lateinischen Autoren sei Cicero unbestritten der Erste, da er seine herausragenden Gedanken sprachlich perfekt und klar vermittelt habe.
Erstnachweis 1540
Bemerkungen zum Erstnachweis
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1540/03/01
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1540/03/31
Schlagworte / Register Imitatio; Ciceronianismus; Bildungsdiskurs
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Cicero, Opera, 1540
Überliefert in
Druck Cicero, Opera, 1540
Erstdruck in Cicero, Opera, 1540
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. AaA2r-AaA6v
Carmen
Gedicht? nein
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MG
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 4.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0364
Zitation Ad clarissimum iuvenem Danielem Stibarum canonicum Wurcepurgensem, Ioachimi Camerarii in opera Ciceronis, prooemium, bearbeitet von Marion Gindhart (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0364
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Latein
Werktitel Ad clarissimum iuvenem Danielem Stibarum canonicum Wurcepurgensem, Ioachimi Camerarii in opera Ciceronis, prooemium
Kurzbeschreibung Nach einer umfassenden Klage über die herrschende barbaries und den Verfall der studia rekurriert Camerarius auf das ingenium, aus dem sich alles entwickele, was das menschliche Leben bereichere. Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, seien zur Entfaltung der menschlichen Natur und für eine funktionierende Gesellschaft die eruditio und die studia humanitatis unabdingbar. Die Römer hätten von den Griechen deren gesammeltes Wissen nicht nur übernommen, sondern dieses teilweise auch übertroffen. In den griechischen und lateinischen Schrifen sei alles enthalten, was den Menschen bereichern könne. Unter den lateinischen Autoren sei Cicero unbestritten der Erste, da er seine herausragenden Gedanken sprachlich perfekt und klar vermittelt habe.
Erstnachweis 1540
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1540/03/01
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1540/03/31
Schlagworte / Register Imitatio; Ciceronianismus; Bildungsdiskurs
Paratext zu
Paratext? ja
Paratext zu Cicero, Opera, 1540
Überliefert in
Druck Cicero, Opera, 1540
Carmen
Gedicht? nein
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Bearbeitungsdatum 4.02.2020


Inhalt

In seinem Proömium zu Herwagens Cicero-Ausgabe, das er an Daniel Stiebar richtet, klagt Camerarius über die herrschende barbaries und den Verfall der studia (mit Übersetzung einer Passage aus Menander). Im Anschluss rekurriert er auf das ingenium der Menschen, aus dem sich alles entwickele, was das menschliche Leben bereichere. Dies gelinge jedoch nur bei einigen wenigen Ausnahmen aus eigenem Antrieb und ohne eruditio. Die Entfaltung der menschlichen Natur bedürfe der studia humanitatis und der Lektüre von Autoren, die sich durch ingenium und doctrina auszeichnen. Ein bildungsloser Mensch unterscheide sich nur in Gestalt und Stimme von den Tieren. Nur die cultura optimarum literarum atque artium ermögliche ein funktionierendes Gemeinwesen mit einer guten Regierung.
Camerarius rekurriert auf die Griechen als Sammler von Wissen und auf den Wissenstransfer nach Rom, wo die Griechen nicht nur nachgeahmt, sondern – in bestimmten Bereichen – auch übertroffen wurden. In Latein und Griechisch sei alles erfasst, was den Menschen bereichern und woraus er nach Belieben schöpfen könne. Es folgt ein überschwängliches Elogium auf Cicero: Dieser sei unbestrittten der erste unter den lateinischen Autoren (princeps vel potius deus, vgl. AaA6r), da er seine herausragenden Gedanken sprachlich perfekt und klar vermittelt habe. Omnia profecto in hoc autore eiusmodi sunt, humanitatis ut captum excedere videantur. (ebd.). Cicero gelte ihm als eigentlicher linguae Latinae parens atque inventor (vgl. ebd.).