Camerarius, Περὶ μεσοτήτων ἢ μέσων ἀνάλογον τριῶν, 1554

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0600
Zitation Περὶ μεσοτήτων ἢ μέσων ἀνάλογον τριῶν καὶ ἀριθμητικῆς καὶ γεωμετρικῆς καὶ ἁρμονικῆς, σύνοψις ἔμμετρος διαλαμβάνουσα τὰ κατὰ φύσιν, εὕρεσιν, γένεσιν καὶ χρῆσιν ἐκείνων., bearbeitet von Jochen Schultheiß (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0600
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Griechisch
Werktitel Περὶ μεσοτήτων ἢ μέσων ἀνάλογον τριῶν καὶ ἀριθμητικῆς καὶ γεωμετρικῆς καὶ ἁρμονικῆς, σύνοψις ἔμμετρος διαλαμβάνουσα τὰ κατὰ φύσιν, εὕρεσιν, γένεσιν καὶ χρῆσιν ἐκείνων.
Kurzbeschreibung Gedicht in iambischen Senaren über die drei Formen der Analogie, die arithmetische, die geometrische und die harmonische.
Erstnachweis 1554
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung nach dem Erstdruck.
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1554/12/13
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1554/12/31
Schlagworte / Register Analogie; Mathematik; Geometrie; Philosophie; Lehrgedicht
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Camerarius, Versus senarii de analogiis, 1554
Erstdruck in Camerarius, Versus senarii de analogiis, 1554
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. A6v-B2v
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Τών μεσσοτήτων, ὦ φιλόλογ' ὲνθευτενί
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 4.02.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0600
Zitation Περὶ μεσοτήτων ἢ μέσων ἀνάλογον τριῶν καὶ ἀριθμητικῆς καὶ γεωμετρικῆς καὶ ἁρμονικῆς, σύνοψις ἔμμετρος διαλαμβάνουσα τὰ κατὰ φύσιν, εὕρεσιν, γένεσιν καὶ χρῆσιν ἐκείνων., bearbeitet von Jochen Schultheiß (04.02.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0600
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Griechisch
Werktitel Περὶ μεσοτήτων ἢ μέσων ἀνάλογον τριῶν καὶ ἀριθμητικῆς καὶ γεωμετρικῆς καὶ ἁρμονικῆς, σύνοψις ἔμμετρος διαλαμβάνουσα τὰ κατὰ φύσιν, εὕρεσιν, γένεσιν καὶ χρῆσιν ἐκείνων.
Kurzbeschreibung Gedicht in iambischen Senaren über die drei Formen der Analogie, die arithmetische, die geometrische und die harmonische.
Erstnachweis 1554
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung nach dem Erstdruck.
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1554/12/13
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1554/12/31
Schlagworte / Register Analogie; Mathematik; Geometrie; Philosophie; Lehrgedicht
Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Camerarius, Versus senarii de analogiis, 1554
Carmen
Gedicht? ja
Incipit Τών μεσσοτήτων, ὦ φιλόλογ' ὲνθευτενί
Bearbeitungsdatum 4.02.2020


Widmung und Entstehungskontext

Gewidmet ist das Gedicht dem Leipziger Gelehrten Wolfgang Meurer. Wichtige Informationen zur Entstehung des Gedichtes erhellen aus dem Widmungsbrief. Die griechischen Verse seien während der Verzögerungen entstanden, die auf der Reise in der Heimat eingetreten seien. Camerarius hätte sie auch vor Publikum dargebracht (expositos aliquando coram). Nach Ciceros Vorbild könnte das Gedicht Proportiones betitelt werden. Im Widmungsbrief gibt Camerarius auch eine kurze Inhaltsangabe zu dem Werk.

Aufbau und Inhalt

Das Lehrgedicht lässt eine klare Gliederung erkennen, die teils durch Unterüberschriften kenntlich gemacht wird:

Im Prooemium beginnt der Sprecher mit einem Aufruf an den Leser verbunden mit einer Inhaltsangabe: Der Philologe (ὦ φιλόλογε) solle nun etwas über die Natur (φύσις), die Auffindung (εὕρεσις), die Entstehung (γένεσις) und den Gebrauch (χρῆσις) von Mittelpositionen (μεσότητες) lernen (μαθέ) (vv. 1-2). Das Prädikat ordnet hier das Werk ausdrücklich der Gattung des Lehrgedichts zu. Die im ersten Satz angesprochenen Themenbereiche bilden im Gedicht die Gliederungspunkte, die durch Überschriften sichtbar gemacht werden. Im folgenden Abschnitt der Einleitung werden die Grundlagen formuliert, auf denen Camerarius' Gedanken der Analogie aufbauen können. Zunächst werde der Sprecher sagen, welche Bedeutung der Begriff der Mitte trage (vv. 3-4). Alles, was der Kosmos enthalte, sei stets durch Zahl und Verhältnis (ἀριθμῷ καὶ λόγῳ) geordnet und befinde sich in einem Ebenmaß, oder es würde, wenn es zusammenfiele, durch die Unordnung zunichtegemacht (vv. 5-8). Da nun aber das, was als ein Ganzes bezeichnet wird, zusammengesetzt ist und aus einer Zusammenstellung von Gegensätzlichem besteht, ist es offenbar, dass dieses Bande braucht, durch die es passend erfasst wird und sich sicher herumbewegen kann, und dass alle Teile, die sich in ihm befinden, entsprechend geschützt werden, indem sie gut miteinander verbunden sind (vv. 9-14). Dies kann sich nie auf irgendeine andere Weise erfüllen als durch die "schöne Analogie" (vv. 15-16). Diese lenkt die gesamte Zielsetzung (τέλος ὅλον) der Erscheinungen (τὰ γεγενημένα), über die sie gebietet, durch eine zweifache Handhabe (δισσᾐ μεταχειρίσει): Indem sie diese entweder zusammenhängend oder getrennt gebraucht (ἢ συνεχέσ' ἢ διαιρεθεῖσι χρωμένη) (vv. 18-19). Das Zusammenhängende ist immer das Stärkere, denn das Gleichartige (ὅμοιον) ist in einem Gefüge dasselbe mit sich selbst (?). Das Andersartige (ἕτερον) gehört in jene Art der Trennung (διαίρεσις) und besitzt eine Gleichartigkeit mit einem anderen (vv. 20-23). Die Analogie ist eine Gleichartigkeit der Verhältnisse (ὁμοιότης λόγων), die sich in wenigstens vier Gliedern vollzieht (a-b/c-d). Wenn sich diese zu drei zusammenstellen, so dass zweimal das eine Glied genommen wird, das in der Mitte liegt (a-b/b-c), so wird die Mitte Analogie genannt (?), und es entsteht eine zusammenhängende Ähnlichkeit der Verhältnisse (συνεχὴς ὁμοιότης λόγων). Als Vergleichspunkt dient Artemis, die ein dreigesichtiges Licht schickt mit einer Kenntnis aller Dinge und einer Kraft des Geistes, der in Zahlen, Verhältnissen und Maßen leuchtet (?). Deshalb wird das, wovon wir nun sprechen, arithmetische, geometrische und harmonische Mitte genannt (?).

Im Abschnitt zur Φύσις (Natur) (vv. 35-49) folgen Definitionen der arithmetischen (vv. 35-37), geometrischen (vv. 38-40) und harmonischen (vv. 41-44) Mitte. Der nächste Abschnitt ist der Εὕρεσις τῶν μεσοτήτων (Auffindung der Mitten) (vv. 50-64) gewidmet. Es schließen sich Ausführungen über die γένεσις (Entstehung) (vv. 65-79) und die χρῆσις (Anwendung) (vv. 80-192).

Quellen

Das Verständnis der Analogie, das Camerarius darstellt, leitet sich von Aristoteles her. Dessen Ausführungen zur Analogie finden sich in Ethica Nicomachea V 6 1131a31 f.; Magna Moralia I 34 1193b37 f.. Ebenso kann Euklid, Elementa, 5, Def. 8 zugrunde liegen.

Forschungsliteratur

Zum Konzept der Analogie bei den Pythagoreern und bei Aristoteles:

  • Kluxen, W.: s.v. Analogie. In: HWPh. 1. Basel 1971, S. 214-215.
  • Pietsch, Christian: s.v. analogia / Analogie. In: Aristoteles-Lexikon. Hg. v. Otfried Höffe. Stuttgart 2005, S. 32-34.