Sturtz an Camerarius, 07.07.1521

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Sturtz an Camerarius, 08.04.15218 April 1521 JL
Sturtz an Camerarius, 20.03.152120 März 1521 JL
 Briefdatum
Camerarius an Sturtz, 27.04.152727 April 1527 JL
Hessus und Sturtz an Camerarius, 31.03.153531 März 1535 JL
Camerarius an Sturtz, 1544-15451 Januar 1544 JL
Werksigle OCEp 0365
Zitation Sturtz an Camerarius, 07.07.1521, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Anne Kram (02.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0365
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10366, Nr. 84
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. D7v-D8r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Georg Sturtz
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1521/07/07
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Venedig
Zielort Erfurt
Gedicht? nein
Incipit Non possum non mirari, Ioachime doctissme
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00116423-1
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Redaktionelle Überarbeitung; Briefe/Parallelüberlieferung; Habsburgisch-französischer Gegensatz; Französisch-habsburgischer Krieg (1521-1525); Politische Neuigkeiten; Briefe/Redaktionelle Überarbeitung
Handschrift gesehen
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:US; Benutzer:AK
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 2.12.2019
Werksigle OCEp 0365
Zitation Sturtz an Camerarius, 07.07.1521, bearbeitet von Ulrich Schlegelmilch und Anne Kram (02.12.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0365
Besitzende Institution München, BSB
Signatur, Blatt/Seite Clm 10366, Nr. 84
Ausreifungsgrad Original
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. D7v-D8r
Fremdbrief? nein
Absender Georg Sturtz
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1521/07/07
Datum gesichert? ja
Sprache Latein
Entstehungsort Venedig
Zielort Erfurt
Gedicht? nein
Incipit Non possum non mirari, Ioachime doctissme
Link zur Handschrift http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00116423-1
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Redaktionelle Überarbeitung; Briefe/Parallelüberlieferung; Habsburgisch-französischer Gegensatz; Französisch-habsburgischer Krieg (1521-1525); Politische Neuigkeiten; Briefe/Redaktionelle Überarbeitung
Datumsstempel 2.12.2019


Im Original redaktionelle Eingriffe, die größtenteils Eingang in den Druck fanden.

Regest

Ausdruck der Verwunderung über das Ausbleiben von Briefen von Camerarius und ihrem gemeinsamen Freund aus Forchheim (Georg Petz, s. Anm.). Sturtz habe aufgrund des Mangels an Briefboten nun einen Boten angeheuert, der diesen Brief überbringe und Camerarius' Antwort wieder zu ihm zurückbringe. Falls Camerarius sich wundere (s. Anm.), dass Euricius Cordus keinen Brief für ihn mitgeschickt habe, liege dies daran, dass sich Sturtz wegen der Hitze im maritimen Klima Venedigs aufhalte, während Cordus in Ferrara mit seinen medizinischen Studien beschäftigt sei.

Cordus fürchte keine Gefahr, obwohl der Papst (Leo X.) versucht habe, den Herzog (von Ferrara, Alfonso I. d'Este) und dessen unschuldiges Volk mit der Wut eines Löwen (leonina rabie) niederzumetzeln, um das Herzogtum an sich zu reißen. Aber als diese Machenschaften bekannt geworden seien, habe Leo X. mit Kaiser Karl (V.) ein Bündnis geschlossen und Hilfstruppen gegen den französischen König zur Verfügung gestellt. Deshalb hätten die Franzosen in Mailand die Stadt aufgegeben und sich in die gut befestigte Burg zurückgezogen. Dieser Schutz sei ihnen jedoch durch eine Pulverexplosion größtenteils zerstört worden.

Der venezianische Doge, Leonardo Loredan, sei gestorben und die venezianischen Adligen hätten mehrere Tage gebraucht, um einen Nachfolger zu wählen, da sich unterschiedliche Fraktionen gebildet hätten. Sie seien aber zu einem schnellen Entschluss gezwungen gewesen, da der Kaiser wissen wollte, ob sie auf französischer oder seiner Seite stünden. In ganz Italien gebe es deshalb Unruhen und Genua werde angegriffen. In Rom erwarte man den Kaiser mit großer Begeisterung.

Nach der Rückkehr des Briefboten werde Sturtz nach Deutschland zurückkehren, da die Unruhen in Italien Studien unmöglich machten.

Camerarius solle Eobanus Hessus und Veit Werler, der ihn in Venedig besucht habe, Grüße ausrichten und ebenso allen gemeinsamen Bekannten. Außerdem solle er ihm schreiben, was er über die Angelegenheit bezüglich Martin Luther erfahren habe, und seinen Brief Sturtz' vertrauenswürdigen Briefboten übergeben. An ihren Forchheimer (Georg Petz) schreibe er nicht noch gesondert, sondern Camerarius solle diesen Brief an ihn weitergeben. Außerdem solle er für Euricius Cordus neue Dokumente über dessen Studienverlauf und -abschluss von Heinrich (Urban?) und Ambrosius (Carlau) besorgen und diese dem Briefboten mitgeben, da Cordus seine Dokumente zu Hause gelassen habe und in seiner Abwesenheit keine neuen besorgen könne. Lebewohl.

(Anne Kram)

Anmerkungen

  • "ihrem gemeinsamen Freund aus Forchheim": Dass es sich hierbei um Georg Petz und nicht um Georg Helt handelt, legt der Adresszusatz "In Absen(tia) d. Georgio Petz Vorchemio Theologo" nahe.
  • "falls Camerarius sich wundere": Sturtz war zusammen mit Euricius Cordus nach Italien gereist und erklärt nun, dass sie momentan nicht zusammen reisen. (vgl. https://www.deutsche-biographie.de/sfz81890.html)

Literatur und weiterführende Links