Camerarius, Epitaphium Petri Mosellani, 1524

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Opus Camerarii
Werksigle OC 0003
Zitation Epitaphium Petri Mosell(ani) Ioachimo Q(uaestore) auctore, bearbeitet von Jochen Schultheiß (20.10.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0003
Name Joachim Camerarius I.
Status Verfasser
Sprache Griechisch
Werktitel Epitaphium Petri Mosell(ani) Ioachimo Q(uaestore) auctore
Kurzbeschreibung Griechisches Epitaphium auf den "Musendiener" Petrus Mosellanus in drei elegischen Distichen.
Erstnachweis 1524
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung nach dem Druck
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1524/07/06
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1524/12/31
Schlagworte / Register Epitaphium; Epigramm
Paratext zu
Paratext? nein
Paratext zu
Überliefert in
Druck Micyllus, Epicedia, 1524; Micyllus, Hodoeporicon, 1527; Melanchthon, Opera, 1541; Melanchthon, Opera, 1541a; Melanchthon, Opera, 1541b
Erstdruck in Micyllus, Epicedia, 1524
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. B2r
Carmen
Gedicht? ja
Nachruf auf Petrus Mosellanus
Incipit Ἐνθάδε γαῖα τεὸν νεκρὸν Πέτρε σῶμα καλύπτει
Erwähnungen des Werkes und Einfluss von Fremdwerken
Wird erwähnt in
Folgende Handschriften und gedruckte Fremdwerke beeinflussten/bildeten die Grundlage für dieses Werk
Bearbeitungsstand
Überprüft am Original überprüft
Bearbeitungsstand korrigiert
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:JS
Gegengelesen von
Bearbeitungsdatum 20.10.2020
Opus Camerarii
Werksigle OC 0003
Zitation Epitaphium Petri Mosell(ani) Ioachimo Q(uaestore) auctore, bearbeitet von Jochen Schultheiß (20.10.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OC_0003
Name Joachim Camerarius I.


Sprache Griechisch
Werktitel Epitaphium Petri Mosell(ani) Ioachimo Q(uaestore) auctore
Kurzbeschreibung Griechisches Epitaphium auf den "Musendiener" Petrus Mosellanus in drei elegischen Distichen.
Erstnachweis 1524
Bemerkungen zum Erstnachweis Datierung nach dem Druck
Datum unscharfer Erstnachweis (Beginn) 1524/07/06
Datum unscharfer Erstnachweis (Ende) 1524/12/31
Schlagworte / Register Epitaphium; Epigramm
Paratext zu
Paratext? nein
Überliefert in
Druck Micyllus, Epicedia, 1524; Micyllus, Hodoeporicon, 1527; Melanchthon, Opera, 1541; Melanchthon, Opera, 1541a; Melanchthon, Opera, 1541b
Carmen
Gedicht? ja
Nachruf auf Petrus Mosellanus
Incipit Ἐνθάδε γαῖα τεὸν νεκρὸν Πέτρε σῶμα καλύπτει
Bearbeitungsdatum 20.10.2020


Widmung und Entstehungskontext

Melanchthon geht in einem Brief vom 3. Dezember 1524 an Camerarius (MBW - Regesten online Nr. 358) auf ein Epicedium des Camerarius ein und empfiehlt dessen Veröffentlichung. Dieses ist jedoch höchstwahrscheinlich nicht mit dem vorliegenden Gedicht zu identifizieren. Der Verstorbene, um den es in diesem Epicedium ging, wird von Melanchthon in dem Brief nicht namentlich genannt. Es muss sich jedoch um Wilhelm Nesen, nicht um Petrus Mosellanus gehandelt haben, da Melanchthon von einem horrendum genus mortis schreibt, was für den in der Elbe ertrunkenen Nesen spricht, dessen Tod am 6. Juli dem Brief auch zeitlich näher liegt als der des Mosellanus (19. April). Zudem spricht Melanchthon explizit von einem Epicedium, während das Grabgedicht des Camerarius auf Mosellanus in der Micyllus-Sammlung als Epitaphium bezeichnet wird und tatsächlich eine Grabinschrift fingiert. In dieser Gedichtsammlung wird die Differenz zwischen Epicedium und Epitaphium stets beachtet. Bereits diese Gründe sprechen für eine Zueignung an Wilhelm Nesen, wie sie durch den ersten Bearbeiter der Regesten des Melanchthon-Briefwechsels vorgenommen worden war, wohingegen die nachträgliche Korrektur hin zu Mosellanus zu verwerfen ist. Es spricht somit nichts dagegen, das von Melanchthon in seinem Brief im Dezember 1524 thematisierte Epicedium mit einem der beiden oder beiden Epicedia zu identifizieren, die in einer Sammlung von Trauergedichten von Eobanus Hessus und Joachim Camerarius im Jahr 1531 herausgegeben wurde.
Grundsätzlich kann man aus dem Brief festhalten, dass Trauergedichte, die Camerarius verfasste, Melanchthon im Vorfeld bekannt waren. Dies unterstützt die These, dass Melanchthons Epitaphium auf Petrus Mosellanus vorab auf das des Camerarius abgestimmt wurde.

Aufbau und Inhalt

Das drei elegische Distichen umfassende Epitaph auf Petrus Mosellanus inszeniert einen Sprechakt, wonach ein Sprecher am Grab oder das Grab selbst (ἐνθάδε) den Toten in der 2. Person adressiert (Πέτρε). Diese dem Gedicht zugrunde liegende Kommunikationssituation korrespondiert in kontrastiver Variation mit dem nachfolgenden, ebenfalls griechischen und dieselbe Verszahl umfassenden Epitaph von Philipp Melanchthon, in dem der Verstorbene nicht angesprochen, sondern in der 3. Person beschrieben wird.
Das Gedicht verbindet christliche und pagane Bilder: Christlich ist der Gedanke, dass der aus Staub geborene Tote wieder zu Staub geworden sei, pagan die Bestimmung des Mosellanus als "Musendiener".