Camerarius an Crato, 29.06.1565: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Eine ausführliche Erschließung des Briefwechsels zwischen Johannes Crato und Joachim Camerarius ist bereits vom Projekt "Frühneuzeitliche Ärztebriefe des deutschsprachigen Raums (1500-1700)" geplant. In die Datenbank "Opera Camerarii" wurden daher nur die Rohdaten aufgenommen (also keine Regesten und Semantisierungen). Genauere Informationen zu diesem Brief finden Sie unter folgendem Link: http://www.aerztebriefe.de/id/00004995
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Camerarius habe den [[Erwähnte Person::Unbekannt|jungen Mann aus Liegnitz]], der sich hier (in [[Erwähnter Ort::Leipzig]]) mit den schönen Wissenschaften und Künsten beschäftigt habe, nicht ohne seinen Brief wegschicken wollen, da dieser ihm gesagt habe, dass er zu Crato kommen werde. Er habe aber eigentlich nichts Dringliches zu schreiben und sei sich nicht sicher, ob sein Bote Crato zu Hause (in [[Erwähnter Ort::Breslau]]) antreffen werde.
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Es seien sehr traurige Gerüchte über den Türkenkrieg im Umlauf: Gewaltige Truppen des Feindes strömten zusammen, aber ihr eigenes Heer sei schwach an Zahl und Ausrüstung. Deshalb flüchte man sich überall ins Gebet an eine göttliche Macht. Gut so! Denn ihre natürliche Gesinnung neige hierzu und [[Erwähnte Person::Pindar]] sagte, wie Crato wisse: Gott vollende alles nach seinen Vorstellungen (Pind. P. 2,49). Er hoffe, dass ihre Gebete uneigennützig seien und als fromme Wünsche aufgenommen würden. Dies müsse man durch eine Verbesserung seines Charakters und seines Lebensstils, durch Mitleid und Rücksicht auf die Armen und Schwachen unter Beweis stellen.
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Wenn Crato diesem jungen Mann mit seinem Rat, den er bei allem zur Hand habe, helfen könne, solle er dies Camerarius zuliebe gerne tun. Denn dieser habe hier ruhig, ohne sich über irgendetwas zu beklagen, gelebt und ihm die Freude gemacht, ihm seine Abreise anzukündigen, und ihm so eine Gelegenheit gegeben, an Crato zu schreiben.
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Gerade sei sein Sohn [[Erwähnte Person::Johannes Camerarius II.|Johannes]] vom Hof des Pfalzgrafen [[Erwähnte Person::Wolfgang (Pfalz-Zweibrücken)]] zurückgekommen. Er habe aber noch nicht mit ihm über ihre Angelegenheiten sprechen können. Johannes bereite ihm aber neue Sorgen.
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Sein Sohn [[Erwähnte Person::Philipp Camerarius|Philipp]] habe seine Reise nach [[Erwähnter Ort::Neapel]] beendet und sei nach [[Erwähnter Ort::Rom]] zurückgekehrt. Seinem Bruder habe er geschrieben, dass eine Flotte türkischer Piraten bis in den Hafen von [[Erwähnter Ort::Ostia]] gefahren sei und alles ringsumher ruhig in Augenschein genommen habe.
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Von [[Erwähnte Person::Ludwig Camerarius|Ludwig]] habe er noch keinen Brief aus Frankreich erhalten.
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=== Literatur und weiterführende Links ===
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* http://www.aerztebriefe.de/id/00004995

Aktuelle Version vom 1. Juli 2020, 12:57 Uhr


Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 23.06.156523 Juni 1565 JL
Camerarius an Crato, 15.04.156515 April 1565 JL
Camerarius an Crato, 27.03.156527 März 1565 JL
 Briefdatum
Camerarius an Crato, 13.08.156513 August 1565 JL
Camerarius an Crato, 20.04.156620 April 1566 JL
Camerarius an Crato, 11.05.156611 Mai 1566 JL
Werksigle OCEp 1178
Zitation Camerarius an Crato, 29.06.1565, bearbeitet von Manuel Huth, Anne Kram und Ulrich Schlegelmilch (01.07.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1178
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 366-367
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1565/06/29
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 3. Cal. Quintil.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Non volui hunc adolescentem Lignicensem
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Biographisches (Familie); Türkenkriege/Türkengefahr
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand validiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:AK; Benutzer:US
Gegengelesen von
Datumsstempel 1.07.2020
Werksigle OCEp 1178
Zitation Camerarius an Crato, 29.06.1565, bearbeitet von Manuel Huth, Anne Kram und Ulrich Schlegelmilch (01.07.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_1178
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1595
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 366-367
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johannes Crato
Datum 1565/06/29
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 3. Cal. Quintil.
Sprache Latein
Entstehungsort Leipzig
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Non volui hunc adolescentem Lignicensem
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Biographisches (Familie); Türkenkriege/Türkengefahr
Datumsstempel 1.07.2020


Regest

Camerarius habe den jungen Mann aus Liegnitz, der sich hier (in Leipzig) mit den schönen Wissenschaften und Künsten beschäftigt habe, nicht ohne seinen Brief wegschicken wollen, da dieser ihm gesagt habe, dass er zu Crato kommen werde. Er habe aber eigentlich nichts Dringliches zu schreiben und sei sich nicht sicher, ob sein Bote Crato zu Hause (in Breslau) antreffen werde.

Es seien sehr traurige Gerüchte über den Türkenkrieg im Umlauf: Gewaltige Truppen des Feindes strömten zusammen, aber ihr eigenes Heer sei schwach an Zahl und Ausrüstung. Deshalb flüchte man sich überall ins Gebet an eine göttliche Macht. Gut so! Denn ihre natürliche Gesinnung neige hierzu und Pindar sagte, wie Crato wisse: Gott vollende alles nach seinen Vorstellungen (Pind. P. 2,49). Er hoffe, dass ihre Gebete uneigennützig seien und als fromme Wünsche aufgenommen würden. Dies müsse man durch eine Verbesserung seines Charakters und seines Lebensstils, durch Mitleid und Rücksicht auf die Armen und Schwachen unter Beweis stellen.

Wenn Crato diesem jungen Mann mit seinem Rat, den er bei allem zur Hand habe, helfen könne, solle er dies Camerarius zuliebe gerne tun. Denn dieser habe hier ruhig, ohne sich über irgendetwas zu beklagen, gelebt und ihm die Freude gemacht, ihm seine Abreise anzukündigen, und ihm so eine Gelegenheit gegeben, an Crato zu schreiben.

Gerade sei sein Sohn Johannes vom Hof des Pfalzgrafen Wolfgang (Pfalz-Zweibrücken) zurückgekommen. Er habe aber noch nicht mit ihm über ihre Angelegenheiten sprechen können. Johannes bereite ihm aber neue Sorgen.

Sein Sohn Philipp habe seine Reise nach Neapel beendet und sei nach Rom zurückgekehrt. Seinem Bruder habe er geschrieben, dass eine Flotte türkischer Piraten bis in den Hafen von Ostia gefahren sei und alles ringsumher ruhig in Augenschein genommen habe.

Von Ludwig habe er noch keinen Brief aus Frankreich erhalten.

Grüße von Camerarius' Familie an Crato und seine Familie. Lebewohl.

(Anne Kram)

Literatur und weiterführende Links