Camerarius an Johann Albrecht I. (Mecklenburg), 15XX a: Unterschied zwischen den Versionen

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Auf Johann Albrechts Aufforderung, Camerarius solle ihm schreiben, entgegnet er, dass er ihm doch einen Brief geschickt habe, und auch öffentlich seine Meinung über ihn erklärt habe.
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Er wisse auch, wie schlimm diese Zeiten seien. Camerarius selbst habe große finanzielle Verluste erlitten. Noch schlimmer aber treffe ihn der Zustand des Staates. Jeder handle nur in seinem eigenen Interesse (θνῄσκει δὲ πίστις, βλαστάνει δ’ ἀπιστία, [[Erwähnte Person::Sophokles]], Oedipus Coloneus, 610), was verheerend für das Zusammenleben sei. Die Unstetigkeit und Treulosigkeit (''levitas et mobilitas'') der Menschen sei dabei die Wurzel, aus der sich, wie die Geschichte zeige, das Übel entwickle. Das anstandslose Handeln einiger weniger kriegstreiberischer, unmoralischer, gesetzes- und anstandsloser Menschen habe schon öfter zum Ruin eines Staates geführt. Wenn dasselbe Schicksal auf sie zukäme, bliebe wohl nichts übrig, als zu ertragen, was sich nicht ändern lasse.
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(Maximilian Wolter)

Aktuelle Version vom 24. März 2020, 19:25 Uhr


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Werksigle OCEp 0471
Zitation Camerarius an Johann Albrecht I. (Mecklenburg), 15XX a, bearbeitet von Manuel Huth und Maximilian Wolter (24.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0471
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 012-014
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Albrecht I. (Mecklenburg)
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 30.04.(o.J.) (Prid. Cal. Maii)
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Litteras tuas illustr. Princeps accepi
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand unkorrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI7
Gegengelesen von
Datumsstempel 24.03.2020
Werksigle OCEp 0471
Zitation Camerarius an Johann Albrecht I. (Mecklenburg), 15XX a, bearbeitet von Manuel Huth und Maximilian Wolter (24.03.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0471
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 012-014
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Johann Albrecht I. (Mecklenburg)
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum 30.04.(o.J.) (Prid. Cal. Maii)
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Litteras tuas illustr. Princeps accepi
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 24.03.2020

ACHTUNG KEIN DATUM GEFUNDEN


Regest

Auf Johann Albrechts Aufforderung, Camerarius solle ihm schreiben, entgegnet er, dass er ihm doch einen Brief geschickt habe, und auch öffentlich seine Meinung über ihn erklärt habe.

Er wisse auch, wie schlimm diese Zeiten seien. Camerarius selbst habe große finanzielle Verluste erlitten. Noch schlimmer aber treffe ihn der Zustand des Staates. Jeder handle nur in seinem eigenen Interesse (θνῄσκει δὲ πίστις, βλαστάνει δ’ ἀπιστία, Sophokles, Oedipus Coloneus, 610), was verheerend für das Zusammenleben sei. Die Unstetigkeit und Treulosigkeit (levitas et mobilitas) der Menschen sei dabei die Wurzel, aus der sich, wie die Geschichte zeige, das Übel entwickle. Das anstandslose Handeln einiger weniger kriegstreiberischer, unmoralischer, gesetzes- und anstandsloser Menschen habe schon öfter zum Ruin eines Staates geführt. Wenn dasselbe Schicksal auf sie zukäme, bliebe wohl nichts übrig, als zu ertragen, was sich nicht ändern lasse.

Was seine studia anbelange, so habe er vor kurzem die Lamenta des Propheten Jeremia herausgegeben. Der Vervollständigung anderer Werke stünden sowohl die aktuellen Schwierigkeiten als auch Furcht auf das Bevorstehende im Weg. Auch wenn es sich dabei lediglich um weniger Bedeutendes (levia et exilia) handle, könnte es Nutzen und Freude bereiten, wenn doch bloß die Musen noch verehrt würden.

Er solle Matthias Marcus Dabercusius von ihm herzlich grüßen. Von Arnold (unbekannt) bekomme er schon länger keine Briefe mehr. Jacob Bording habe er erst vor einigen Tagen geschrieben. Man sage, in Italien sei die Lage verworren; es werden nur wenige Bücher von dort zu ihm gebracht. Er wisse, dass neulich in Venedig eine von Sapphos Oden herausgegeben wurde, und dass in Manutius' Werkstatt ein Buch Livius gedruckt worden sei. Er würde gerne Genaueres zur Ode wissen und bitte gerade seine Freunde um Übersendung dieser. Der junge Mann, der ihm diesen Brief überbracht habe (unbekannt), erschien ihm, wie immer, anständig und ihm die studia bemüht. Lebewohl.

(Maximilian Wolter)