Hypotaxe

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Unsicherheit

Alle Zweifelsfälle mit dem Schlagwort "Hypotaxe"

Zugehörige Kapitel Typische Varianten

Ambige Satzanschlüsse

  • Er flüsterte ihm die Geschichte seiner tollen Schmugglerfahrten, ehe er vor acht Monaten ein Ehemann geworden, ins Ohr ('die Schmugglerfahrten fanden vor seiner Eheschließung statt') – Er flüsterte ihm die Geschichte seiner tollen Schmugglerfahrten, ehe er vor acht Monaten ein Ehemann geworden, ins Ohr ('er flüstert ihm seine Schmugglergeschichten vor seiner Eheschließung ins Ohr')
  • Einmal an der Spitze der italienischen Waffen, hindert es nichts, daß er sich mit dem Kaiser verständigt (‚der Kaiser ist an der Spitze der italienischen Waffen') – einmal an der Spitze der italienischen Waffen, hindert es nichts, daß er sich mit dem Kaiser verständigt (‚er ist an der Spitze der italienischen Waffen')
  • Die Bäuerin verkaufte die Kuh, weil sie alt und krank war: ‚Die Bäuerin war alt und krank' – ‚Die Kuh war alt und krank'

Doppelte Negation

  • nicht unterläßt zu bemerken – bemerkt
  • nicht unschön – schön
  • Sie warnte ihn, nicht aufs Eis zu steigen – Sie warnte ihn, aufs Eis zu steigen
  • Ich enthalte mich, dich zu besuchen – Ich enthalte mich, dich nicht zu besuchen
  • wir bewahren sie davor, zu negativ zu werden - wir bewahren sie davor, nicht zu negativ zu werden

Ellipse finiter Verben im Nebensatz

  • Eine Vorstellung wird um so leichter aufgenommen, je einfacher ihr sprachlicher Ausdruck – Eine Vorstellung wird um so leichter aufgenommen, je einfacher ihr sprachlicher Ausdruck ist
  • soviel bekannt, ist der Vorsitzende der Bürgermeister – soviel bekannt ist, ist der Vorsitzende der Bürgermeister
  • Alles, was damit gewonnen worden, war unbedeutend gegen das verlorne – Alles, was damit gewonnen worden war, war unbedeutend gegen das verlorne
  • Er ist sympathisch, weil menschlich – Er ist sympathisch, weil er menschlich ist

Hypotaxe oder Parataxe

  • Niemand vermochte an die Nachricht zu glauben, so überraschend kam sie – Niemand vermochte an die Nachricht zu glauben, so dass sie überraschend kam
  • ich war noch nicht lange gegangen, da sah ich ... – Ich war noch nicht lange gegangen, als ich ... sah.

Infinitivgruppen und Konkurrenzkonstruktionen

  • Ich fühle mich krank – Ich fühle mich, krank zu sein
  • Was ratet ihr, dass wir antworten diesem Volk? – Was ratet ihr diesem Volk zu antworten?
  • Wie groß meinst du denn, dass du seist? – Wie groß meinst du zu sein?
  • Seien Sie so gut und teilen ihm das mit – Seien Sie so gut, ihm das mitzuteilen
  • Unser Kritiker scheint nicht zu lesen zu verstehen – Unser Kritiker versteht anscheinend nicht zu lesen
  • Ich hörte ihn ein Lied singen – Ich hörte, wie ein Lied gesungen wurde Ich hoffe, es noch zu erleben - Ich hoffe, dass ich es noch erlebe - Ich hoffe, ich erlebe es noch
  • Ohne das Reiten gelernt zu haben, riss mich das Ross nach dem Gebirge. - Ohne dass ich das Reiten gelernt habe, riss mich das Ross nach dem Gebirge

Infinitivkonstruktionen mit und ohne (um) zu

  • Alles verstehen, heißt alles verzeihen – Alles zu verstehen heißt, alles zu verzeihen
  • Ich helfe Dir das Päckchen tragen – Ich helfe Dir das Päckchen zu tragen
  • Du brauchst nicht kommen – Du brauchst nicht zu kommen
  • Ich nutze die Zeit, die Gegend zu durchstreifen – Ich nutze die Zeit, um die Gegend zu durchstreifen
  • das beste Mittel, um einem Mißbrauch der Staatssteuer vorzubeugen – das beste Mittel, einem Mißbrauch der Staatssteuer vorzubeugen
  • zu alt, um nur zu spielen – zu alt, nur zu spielen
  • Die Verhältnisse haben sich so weit geordnet, um der Nation eine andre Haltung zu ermöglichen – Die Verhältnisse haben sich so weit geordnet, daß der Nation eine andre Haltung ermöglicht wird
  • Ich erkundigte mich, was der Gefangene begangen hätte, um so streng behandelt zu werden – Ich erkundigte mich, was der Gefangene begangen hätte, weshalb er/ so dass er streng behandelt werde

Konkurrierende Relativpronomina

  • der – welcher – wo
  • die – welche – wo
  • das – welches – wo – was
  • mit dem – womit
  • wofür – für was – für das
  • der – welcher – welch letzterer
  • Das Kind, das sein Fahrrad suchte, das im Gebüsch lag – Das Kind, das sein Fahrrad suchte, welches im Gebüsch lag
  • Das Kind, das sein Fahrrad suchte und das weinte – Das Kind, das sein Fahrrad suchte und welches weinte
  • womit – mit was

Parenthesen, Appositionen und Konkurrenzkonstruktionen

  • Im Hofe, zu des Prinzen Zeit ein großer Garten, sind mehrere Fabriken – Im Hofe, der zu des Prinzen Zeiten ein großer Garten war, sind mehrere Fabriken
  • auf einem Esel, dem Geschenke des Geächteten, reitend – auf einem Esel reitend, er war das Geschenk des Geächteten

Partizipialgruppen und Konkurrenzkonstruktionen

  • der sich ereignete Jagdunfall – der Jagdunfall, der sich ereignet hat
  • die sich bewahrte Geistesbildung – die Geistesbildung, die sich bewahrt hat
  • die sich davon gemachten Zuschauer – die Zuschauer, die sich davon gemacht haben
  • Vom Markt kommend, begrüßte sie auf der Kreuzung ein Mann – Ein Mann, der vom Markt kam, begrüßte sie auf der Kreuzung – Ein Mann begrüßte sie, die vom Markt kam, auf der Kreuzung
  • um die in der Bohemia abgedruckte Antrittsrede zu halten – um die Antrittsrede zu halten, die dann in der Bohemia abgedruckt wurde
  • die widersprochene Äußerung – die Äußerung, der widersprochen wird
  • Die Luft war unfraglich Gesundheit erhaltend – Die Luft erhielt unfraglich die Gesundheit
  • innehabenden Geschäften – Die Räume, welche ich bisher innegehabt habe
  • das nächstens erscheinende Buch – das Buch, das nächstens erscheinen wird
  • Als er das hörte, erschrak er – Dies hörend erschrak er
  • das gefehlte Geld – das fehlende Geld
  • der Eindruck war ein niederschmetternder – Der Eindruck schmetterte nieder
  • Die Mutter ist besorgt – in Sorge – die besorgte Mutter

Relativsätze und Konkurrenzkonstruktionen

  • Ich tröstete das Kind, das weinte – Ich tröstete das Kind, weil es weinte – Das Kind weinte und ich tröstete es
  • in dem Augenblicke, daß – in dem Augenblicke, wo

Wiederaufnahme bei Pronomen

  • Sie heiratet darauf den Grafen Tr., dessen Frau ihm kurz vorher durchgegangen ist – Sie heiratet darauf den Grafen Tr., dem seine Frau kurz vorher durchgegangen ist
  • Die Begleiter des Kranken vermochten ihn nicht zu überwältigen – Die Begleiter vermochten den Kranken nicht zu überwältigen
  • die Krankheit des Papstes hat ihn ... – seine Krankheit hat den Papst ...
  • der Vater des Fürsten, der um sieben Uhr eintraf ('der Fürst trifft ein') – der Vater des Fürsten, der um sieben Uhr eintraf ('der Vater trifft ein')
  • Der Kurfürst ließ den Hofprediger rufen, um ihn mit den Tröstungen der Religion zu erquicken ('der Kurfürst wird erquickt') – Der Kurfürst ließ den Hofprediger rufen, um ihn mit den Tröstungen der Religion zu erquicken ('der Hofprediger wird erquickt')
  • Leipzig ist eine der wenigen Großstädte, in der eine solche Einrichtung noch nicht besteht – Leipzig ist eine der wenigen Großstädte, in denen eine solche Einrichtung noch nicht besteht

Wortstellung: Ausklammerung

  • Er hat den Mann besucht, den er im Zug kennen gelernt hat – Er hat den Mann, den er im Zug kennen gelernt hat, besucht
  • Er ist stolz auf seine Leistung – Er ist auf seine Leistung stolz
  • Ein Ziel kann leichter erreicht werden durch positives Denken – Ein Ziel kann leichter durch positives Denken erreicht werden
  • Der Verband der Sattler, obwohl er erst ein Jahr besteht, umfaßt bereits 37 Vereine – Obwohl der Verband der Sattler erst ein Jahr besteht, umfaßt er bereits 37 Vereine – Der Verband der Sattler umfasst, obwohl er erst ein Jahr besteht, bereits 37 Vereine
  • Meine Jugendjahre verflossen mir als Berliner Schusterjunge – Meine Jugendjahre als Berliner Schusterjunge verflossen mir
  • Denket, daß in meine Stimme sich mischen die Stimmen eurer Ahnen – Denket, daß in meine Stimme sich die Stimmen eurer Ahnen mischen

Wortstellung: Verb in Nebensätzen

  • Sei im Besitze und du wohnst im Recht – Wenn du im Besitze bist, wohnst du im Recht – Bist du im Besitze-wohnst du im Recht
  • Es scheint mir, als ob er Unrecht habe – Es scheint mir, er habe Unrecht
  • Wenn man an der Erziehung des Menschen etwas tun wolle, müsse man sehen – Wenn man an der Erziehung des Menschen etwas tun wolle, man sehen müsse