Genetiv des geteilten Ganzen (partitivus)

Aus Zweidat
Wechseln zu: Navigation, Suche
Buch Matthias (1929): Sprachleben und Sprachschäden. Ein Führer durch die Schwankungen und Schwierigkeiten des deutschen Sprachgebrauchs.
Seitenzahlen 173 - 174
Externer Link zum Kapiteltext

Nur für eingeloggte User:

Unsicherheit

In diesem Kapitel behandelte Zweifelsfälle

Behandelter Zweifelfall:

Partitiv-Konstruktionen

Genannte Bezugsinstanzen: Alt, Gehobene Sprache, Gesprochene Sprache, Schriftsprache, Gegenwärtig, Literatursprache, Umgangssprache, Geschäftssprache
Text

Genetiv des geteilten Ganzen (partitivus) liegt vor in Wendungen wie der letzte deines Volkes, der jüngere der Brüder, eine ganze Reihe schöner Tage, es sei genug der Greuel. Er bedarf einiger Erörterungen, damit man eine Grenze finde, bis zu welcher der Verfall der Abhängigkeitsbezeichnung, d. h. der Kasusformen, der hier besonders weit vorgeschritten ist, als unabänderlich zugegeben werden muß, von welcher aus es sich aber ebenso gebührt ihm zu steuern. Allgemein läßt sich nur sagen, daß zwischen dem bedachten und höheren, noch vielmehr dem poetischen Stile und der Umgangs- und Geschäftssprache ein Unterschied besteht. Jener zeigt nämlich noch engeren Zusammenhang mit der älteren Zeit; da aber wurde zu Wörtern, die Gattung, Zahl oder Menge, Maß oder Gewicht ausdrücken, ebenso zu den nicht wie heute vorwiegend adverbialisch, sondern substantivisch aufgefaßten unbestimmteren Bezeichnungen des Maßes, $Seite 174$ wie etwas, was, genug, viel, mehr, wenig, nichts, ausnahmslos der Genetiv gesetzt, um den Stoff zu bezeichnen, aus dem sich die Mengen und Vielheiten zusammensetzen. Die flüchtigere Schreib- und Redeweise hat dagegen dem Zuge der Sprache nach Vereinfachung viel mehr nachgegeben, indem sie, durch die Unkenntlichkeit des Genetivs an den Femininen und den artikellosen Mehrzahlen verleitet, auch für die Einzahl der Maskulinen und Neutren auf dessen Bezeichnung verzichtete und neben wenig Hoffnung(en) auch wenig Geld, wenig Mut stellte.


Zweifelsfall

Partitiv-Konstruktionen

Beispiel
Bezugsinstanz alt, gehobene Sprache, gesprochene Sprache, Schriftsprache, gegenwärtig, Literatursprache, Umgangssprache, Geschäftssprache
Bewertung

dem Zuge der Vereinfachung nachgegeben, Frequenz/ausnahmslos

Intertextueller Bezug