Im Gebirg und den Tälern oder in dem Gebirge und den Tälern?

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Buch Matthias (1929): Sprachleben und Sprachschäden. Ein Führer durch die Schwankungen und Schwierigkeiten des deutschen Sprachgebrauchs.
Seitenzahlen 136 - 136
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Unsicherheit
Text

Wem es mehr auf ungezwungene Natürlichkeit als auf peinliche Korrektheit ankommt, dem ist eine gleiche Freiheit auch darin gestattet, daß er im ersten Gliede die Präposition mit dem Artikel verschleift, wenigstens in den Formen vom, zum, am, im, auch wenn für die weiteren Glieder nur die bloße Form der Präposition zu ergänzen ist. Wie schon Goethe bietet: am Wind und schwerer Seuche, so z. B. K. Jänike: vom Weingenuß und der Gegenwart dreier schöner Mädchen, G. Keller: ein junges Völkchen, das im lockeren Ringe und freien Gruppen herumtanzte, Jensen; im Gebirge und den engen Tälern, der Alpensteiger Simony: im Fiaker oder eigener Fahrgelegenheit, ein Mitarbeiter der Täglichen Rundschau: vom Äußeren des Briefes und seiner Beförderung, Gundolf: dieser Einschnitt ins Grauen und die Tragik, H. Güntert: am Opferplatz und den Opfergeräten. Dagegen wird man die Verletzung des Ebenmaßes tadeln, wenn sie durch unnützen Überfluß verschuldet ist, so wenn Jensen auch schreibt: am und auf (statt an und auf) dem Schwarzwalde.


Zweifelsfall

Präposition: Verschmelzung mit bestimmtem Artikel

Beispiel
Bezugsinstanz Keller - Gottfried, Goethe - Johann Wolfgang, Gundolf - Friedrich, Güntert - Hermann, Jensen - Wilhelm, Jaenicke - Karl, Zeitungssprache, Simony - Friedrich
Bewertung

gestattet, peinliche Korrektheit, ungezwungene Natürlichkeit, unnützen Überfluß, Verletzung des Ebenmaßes tadeln

Intertextueller Bezug