Nicht: bis Sonntag, sondern: auf Sonntag einladen

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Buch Matthias (1929): Sprachleben und Sprachschäden. Ein Führer durch die Schwankungen und Schwierigkeiten des deutschen Sprachgebrauchs.
Seitenzahlen 154 - 155
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Unsicherheit
Text

Zu dient bekanntlich neben seiner Hauptaufgabe, eine Annäherung an einen Ort, Zweck und ein Ziel zu bezeichnen, auch dazu, anzuzeigen, daß sich etwas wo befindet: die Herrschaft ist schon zu Bett; wir waren zu Wagen da und da; besonders auch zeitlich: zu den Zeiten Neros, zu Anfang des 10. Jahrhunderts, zu Ende des Monats. Nur die Ausdehnung bis zu einem Ziel kann es dagegen bezeichnen, wenn es mit bis verbunden ist, das zeitlich heute auch allein denselben Dienst versehen kann; bis (zu) Sonntag zurückhalten, bis zu dir. Somit ist es ein Zuviel, eine Mischfügung, wenn bis (zu) $Seite 155$ zur Beantwortung der bloßen Frage wann? verwendet wird. Auch den Kuchen aßen die Kinder auf, weil sie meinten, bis zu (statt bei) unserer Rückkehr wäre er nicht mehr zu genießen, hat z. B. Förster geschrieben; ein süddeutscher Wahlausschuß: Die erwachsenen männlichen Bewohner von Cannstadt und Umgegend werden bis (statt: für, auf) Sonntag, den 16. Februar d. J. zu einer allgemeinen Wählerversammlung eingeladen. M. Janitschek: Bis Sonntag wird wohl der erste Ball sein, und der norddeutsche Bismarck: Daß wir bis heute nur mit einem Unfallversicherungsgesetze kommen, hat seinen Grund darin//1 Auch das Bindewort bis hat bei österreichischen Schriftstellern eine ähnliche nicht empfehlenswerte Bedeutungsverschiebung erfahren, indem es statt vom Erstrecken über eine Zeitstrecke hin von einem Punkte in der Zukunft im Sinn von als, erst wenn, wenn einmal gebraucht wird. So bei A. Meißner: Sie sollte die Scheidende erst vermissen, bis sie allein war; bei H. Bahr: Wir erkennen die wichtigen Stunden unseres Lebens erst, bis sie vorüber sind; u. gehäuft bei Zd. v. Kraft: Morgen oder übermorgen, bis ich vorüberkomme, werde ich bezahlen: oder: Die Axt war an den Stamm gelegt und würde den Baum seiner Freundschaft brechen, bis die zähen Wurzeln der Gewohnheit erst morsch und brüchig geworden wären.//. Umgekehrt ist dem Wörtchen zu in der Verbindung zu Hause in der heutigen Schriftsprache durchaus die Bezeichnung des Ruheverhältnisses zugefallen, so daß zu Hause gehn//2 Nur für die übertragene Anwendung: es kommt einem zu Hause, wird einem zu Hause gebracht = einem heimgezahlt z. B. bei Sanders, Wb. (S. 709 b) muß die Wendung zu Hause als die Richtung bezeichnend anerkannt werden.//, z. B. bei Trentini, neben dem der Schriftsprache gemäßeren: nach Hause gehen mehr volkstümlich anmutet, ganz wie auch in E. T. A. Hoffmanns Märchen „Der goldene Topf": daß er sie zu Hause führte; und in Grabbes „Napoleon": Fahren sie zu Haus! Die entsprechende Antwort auf die Frage woher? ist strenggenommen nur: von Hause; aber auch von zu Hause gehört heute nicht nur der mitteldeutschen Umgangssprache an, sondern hat Heimatsrecht auch in der Schriftsprache, in der z. B. Keller schreibt: zehn Stunden von zu Hause weg.


Zweifelsfall

Präposition: Auswahl

Beispiel
Bezugsinstanz Förster - Ernst, Süddeutsch, Sprache der Politik, Janitschek - Maria, Norddeutsch, Bismarck - Otto von, Literatursprache, Österreich, Meißner - Alfred, Bahr - Hermann, Kraft - Zdenko von, Schriftsprache, Sanders - Daniel, Trentini - Albert von, Hoffmann - Ernst Theodor Amadeus, Grabbe - Christian Dietrich, Mitteldeutsch, Umgangssprache, Keller - Gottfried
Bewertung

ein Zuviel, eine Mischfügung, nicht empfehlenswerte Bedeutungsverschiebung, der Schriftsprache gemäßer, gehört heute nicht nur der mitteldeutschen Umgangssprache an, sondern hat Heimatsrecht auch in der Schriftsprache

Intertextueller Bezug


Zweifelsfall

Subjunktion: Auswahl

Beispiel
Bezugsinstanz
Bewertung
Intertextueller Bezug


Zweifelsfall

Bis und sein Gebrauch

Beispiel
Bezugsinstanz
Bewertung
Intertextueller Bezug