Stellung der Objekte und Adverbien bei Eigenschafts- und Mittelwort sowie mehrerer Attribute untereinander

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Buch Matthias (1929): Sprachleben und Sprachschäden. Ein Führer durch die Schwankungen und Schwierigkeiten des deutschen Sprachgebrauchs.
Seitenzahlen 403 - 405
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Unsicherheit

In diesem Kapitel behandelte Zweifelsfälle

Behandelter Zweifelfall:

Wortstellung: Serialisierung von Adjektiven

Genannte Bezugsinstanzen: Literatursprache, Schiller - Friedrich
Behandelter Zweifelfall:

Wortstellung bei Fokuspartikeln und Gradpartikeln

Genannte Bezugsinstanzen: Literatursprache, Schiller - Friedrich, Koser - Reinhold
Behandelter Zweifelfall:

Attribut: Umgang mit mehreren Attributen

Genannte Bezugsinstanzen: Literatursprache, Boyen - Hermann von
Text

Alles, was von § 378 an über die Wortstellung gesagt worden ist, bezieht sich auf den sich erst bildenden und durch ein finites Verb ausgedrückten Gedanken, der Erlebnisse//1 Vgl. Kieseritzky, S. 194// nach-, miterleben lassen will. Über die Gedanken, die auf einen Begriff, auf ein Substantiv mit seinen Attributen oder auf ein Adjektiv oder Mittelwort mit Adverbialien zurückgeführt sind, ist gelegentlich schon früher, besonders in § 204 ff. gehandelt worden. In allen den Fügungen mußten wir Fehler erblicken, in denen, wenn einmal die Begriff- $Seite 404$ lichkeit wirklich eingetreten war, zusammengesetzten Haupt- und den Mittel- oder Eigenschaftswörtern gleichwohl nähere Bestimmungen nach gestellt waren. Denn darin liegt nur ein weiterer, großer Vorzug der deutschen Sprache vor anderen, nicht zwar für ihre Beweglichkeit, wohl aber für ihre Deutlichkeit und Unterscheidungskraft, daß den Begriffen beigegebene Bestimmungen nicht wie im Satze von den allgemeineren zu den besonderen und neueren fortschreiten, sondern in der Weise vortreten müssen, daß die allgemeinste und dem Begriffe am engsten verbundene ihm am nächsten, die speziellste und neueste am weitesten von ihm wegtreten muß, wenn ein Artikel da ist, unmittelbar hinter diesen, wenn keiner und anstatt seiner auch kein Fürwort vorhanden ist, an seine Stelle. Selbst in bezug auf den Tonfall ist es so, daß bei sonst gleichem Werte die schwereren gern voran und die leichteren zwischen sie und den Oberbegriff zu stehn kommen.

1. Nur in einem entspricht auch hier die Stellung genau der im Satze: die dem Zeitwort am nächsten tretenden präpositionalen Wendungen müssen auch einem Mittelwort unmittelbar vorangehen. Man vergleiche: Blauveilchen stand eben erst ein Weilchen unten im Tal am Bach, und: das eben erst ein Weilchen unten im Tal am Bache stehende Veilchen. Man erkennt dem gegenüber leicht die Unrichtigkeit der folgenden Fügungen: Der Künstler wird einem an ihn von New York aus ergangenen Gastspielantrage Folge leisten (statt: einem von New York aus an ihn ergangenen Antrage). Ihr Regiment war das in die Wagschale gewaltig gelegte Schwert (statt: das gewaltig in die Wagschale gelegte Schwert). Von den nach Preußen dem König gefolgten Ministern (statt: von den dem Könige nach Preußen gefolgten Ministern. — v. Boyen).

Auf den nämlichen Grundsatz geht auch die besondere Vorschrift zurück, daß das ein Adjektiv bestimmende Adverb jenem vorangehen muß, sodaß es nur in gesuchten oder poetischen Darstellungen zu ordnen erlaubt ist, wie es nach Goethes Vorgange Koser tut: bewundert viel und viel gescholten ist der Mut. Die bloße Umkehr des Grundsatzes ist aber die andere Form der Regel, daß das bestimmende Wort, wenn es nicht gerade eine allgemein übliche Gradbestimmung enthält wie viel, weit, sehr, ganz, sondern in neuer, für den Einzelfall besonderer Weise vorgesetzt wird, den speziellen Begriff enthalten, eine stets durch den Gegensatz feststellbare Unterart bezeichnen muß. So schreibt gleich falsch eine Schriftstellerin: klein winzig statt winzig klein, und ein Schriftsteller: ein bescheiden einfaches Gasthaus, ein höchst unerwartet überraschender Eindruck; als ob etwas auch unbescheiden einfach oder erwartet überraschend sein könnte!

2. Für mehrere Beiwörter neben dem Hauptwort wirkt sich obiges Gesetz folgendermaßen aus: a) Bei rein sachlicher Beschreibung tritt das näher Bestimmende, Einschränkende, das die Unterart darstellt, vor den Gattungsbegriff: volles weißes Haar, der zartere weibliche Bau (Schiller), die gotischen stark verkleinerten Flügel. b) Bei gefühlsbetonter, wertender Stellungnahme gehört das der Wertung zugrunde liegende beschreibende Beiwort an die zweite, das wertende selbst an die erste Stelle: eine nicht ganz verwahrloste moralische Anlage und künftige bessere Tage (Schiller), wesentliche technische Unterschiede. c) Nur wenn keins der beiden Beiwörter dem andern begrifflich untergeordnet ist oder beide für den Wertenden oder unter sich gleich bedeutend sind, kann jedes so gut an erster als $Seite 405$ an zweiter Stelle stehen: ein tiefes weites Loch oder ein weites tiefes Loch; eine verständige, geistreiche Oberin oder eine geistreiche verständige O. d) Außerdem geht naturgemäß von beiden das voran, das eine Beziehung auf Vorhergehendes enthält (vgl. § 416 Anm. 1): in der gleichen äußeren Erkennung, im angrenzenden großen Mauerweg//1 Nach O. Behaghel, „Zur Stellung des Beiworts", Muttersprache, Ztschr. d. Deutsch. Sprachvs. 1929, S. 1—3.//.


Zweifelsfall

Attribut: Umgang mit mehreren Attributen

Beispiel
Bezugsinstanz Literatursprache, Boyen - Hermann von
Bewertung
Intertextueller Bezug


Zweifelsfall

Wortstellung: Serialisierung von Adjektiven

Beispiel
Bezugsinstanz Literatursprache, Schiller - Friedrich
Bewertung
Intertextueller Bezug


Zweifelsfall

Wortstellung bei Fokuspartikeln und Gradpartikeln

Beispiel
Bezugsinstanz Literatursprache, Schiller - Friedrich, Koser - Reinhold
Bewertung
Intertextueller Bezug