Unbedachte Personifikationen

Aus Zweidat
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hinweis: Dieses Kapitel ist derzeit noch in Bearbeitung. Die angezeigten Informationen könnten daher fehlerhaft oder unvollständig sein.

Buch Matthias (1929): Sprachleben und Sprachschäden. Ein Führer durch die Schwankungen und Schwierigkeiten des deutschen Sprachgebrauchs.
Seitenzahlen 452 - 452
Externer Link zum Kapiteltext

Nur für eingeloggte User:

Unsicherheit

In diesem Kapitel behandelte Zweifelsfälle

Behandelter Zweifelfall:

Rhetorische Figuren und ihr Gebrauch

Genannte Bezugsinstanzen: Zeitungssprache, Sprache der Kunst, Fachsprache (Medizin), Schulsprache
Text

Was weiterhin in unserer materialistischen und jungrealistischen Zeit nicht auch alles Körperlichkeit erhält, besonders Hände und Füße! Der Berichterstatter der Grazer Tagespost muß wenigstens an Riesenfinger gedacht haben, wenn nach seiner Meldung die ungeheuren Schneemassen den Schritt, das Dobratschhaus zu beziehen, noch zu einem fruchtlosen stempeln. Bei einem berufenen Kunstrichter ist es die Prätension, der Finger verliehen werden, mit denen sie mit Pauspapier Fetzen irgend eines Formenschatzes zusammenkritzelt und große Namen an die Stirn ihrer Waren schreibt — d. h. unter ihre Bilder als Unterschrift! Ein ergötzliches Bild geben auch die Ärzte und die Leiter von Privatschulen, die sich an der Hand guter Erfahrungen zur Heilung schwerer körperlicher und geistiger Gebrechen anpreisen; wenn dann jemand, durch die Anpreisung gelockt, bei ihnen erscheint, sprechen gewiß nicht sie selbst, sondern, wie im Roman, ihre Stimmen mit einer tiefen Verbeugung noch viel Schöneres; zugleich stehen ihnen gewöhnlich ausgezeichnete Zeugnisse zur Seite, ein hübsches Bild, diese Bogen Papier neben den strahlenden Menschheitsbeglückern, so schön wie jenes, in dem den katholischen Pfarrern die Befreiung vom Dienste im Heer auch zur Seite steht. Ja, dieses sinnlose an der Hand ist schon zu einem Worte verwachsen und der Lehrer trägt anhand des Buches vor (statt: einfach: nach dem Buche oder wenigstens: das Buch ... oder: mit dem Buche in der Hand); denn der Lehrer hat die Hand, nicht das Buch!


Zweifelsfall

Rhetorische Figuren und ihr Gebrauch

Beispiel
Bezugsinstanz Zeitungssprache, Sprache der Kunst, Fachsprache (Medizin), Schulsprache
Bewertung

ergötzlich, schön, sinnlos

Intertextueller Bezug