Projektbeschreibung

Aus Zweidat
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Die Datenbank ZweiDat ermöglicht den differenzierten Zugang zu einem sprachbewertenden Textkorpus. Sämtliche Daten wurden nicht automatisch aus den Texten extrahiert, sondern durch das Würzburger ZweiDat-Projektteam systematisch und manuell aufbereitet. Dabei steht die genaue Identifikation des jeweiligen Zweifelsfalls sowie die metasprachliche Diskussion der Autoren im Vordergrund. Die Datenextraktion soll vor allem die Diskussionskriterien beleuchten, die von den jeweiligen Autoren in sprachlichen Zweifelsfällen angesetzt werden und sie ggf. zur Auf- oder Abwertung einer bestimmten sprachlichen Variante bringen. ZweiDat präsentiert keine Forschungsergebnisse, sondern eine Basis für Daten, die zur Sprachnormenforschung und Standardsprachenforschung herangezogen werden können. Dazu gehört beispielsweise die Beantwortung von Fragen der folgenden Art:

  • Welche sprachlichen Zweifelsfälle gab und gibt es in der Geschichte der deutschen Sprache?
  • Welche Zweifelsfälle werden zum Gegenstand neuhochdeutscher Normdiskussionen gemacht und wie werden sie diskutiert? Was gerät in den Blick der normativen Aufmerksamkeit, was nicht, und wie hat sich dieser Blick womöglich verändert?
  • Welches Profil besitzt der Sprachkodex des Neuhochdeutschen? Wie hat er sich im Laufe der Zeit verändert?
  • Warum gelten bestimmte Sprachvarianten als "gutes Deutsch", andere nicht? Weisen die normativen Texte immer in dieselbe Richtung oder lassen sich darin auch uneinheitliche, widerstreitende Bewertungen ausmachen?
  • Wie können Normfragen heutzutage sinnvoll und mit sprachwissenschaftlicher Fundierung behandelt werden?


Aktuelle Statistik

ZweiDat enthält zur Zeit Informationen aus 10 Büchern, die von 10 Autoren verfasst wurden und insgesamt 893 Kapitel umfassen. In der Datenaufarbeitung wurden in den Texten bisher 220 Zweifelsfälle und 930 Bezugsinstanzen festgemacht. Zur Klassifikation der Zweifelfsfälle stehen insgesamt 567 Schlagwörter zur Verfügung.