Camerarius an Crispus, 15XX

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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Werksigle OCEp 0459
Zitation Camerarius an Crispus, 15XX, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (08.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0459
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. V3r-V4v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Leonhard Crispinus
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Carminis Aufidii autorem laudare suetus
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
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Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Briefgedichte
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand unkorrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI
Gegengelesen von
Datumsstempel 8.04.2020
Werksigle OCEp 0459
Zitation Camerarius an Crispus, 15XX, bearbeitet von Manuel Huth und Alexander Hubert (08.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0459
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae doctorum, 1568
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. V3r-V4v
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Leonhard Crispinus
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Carminis Aufidii autorem laudare suetus
Regest vorhanden? ja
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Register Briefe/Briefgedichte
Datumsstempel 8.04.2020

ACHTUNG KEIN DATUM GEFUNDEN


Regest

Briefgedicht in 82 Hexametern. Wenn er den Autor des aufidischen Lieds (carminis Aufidii autorem) lobe, stimme Crispinus nur in Teilen mit Camerarius überein. Denn gelehrt und wortgewandt sei dieser Autor gewiss, doch entreiße er der Natur das Gute und Gerecht und sage, subjektive Meinung (opinio) habe die Gesetze der Menschen aufgestellt, mit dem Nutzen als Maßstab, und das sei Camerarius nicht eingängig, der sich mit Sokrates und der Akademie beschäftigt habe.
Doch man wolle sich einmal näher mit Flaccus' Lehre befassen, zusammengeschmolzen aus Epikurs Atomen. Der Nutzen sei, so heiße es dort, Mutter der Gerechtigkeit und aus Angst vor dem Unrechten seien Gesetze erfunden worden. Denn von sich aus sei Recht von Unrecht nicht zu unterscheiden. Es sei also je nach Sichtweise alles gerecht oder ungerecht. Wie auch nicht, könnte man zur Verteidigung sagen, wo es nach Zeiten und Orten so viele unterschiedliche und widersprüchliche Gesetze gebe. Gültig sei, was Zeit und Ort gutheißen.
Doch wer solches sage, erkläre wohl auch die Tugend als das Gegenteil des Lasters und das Richtige als das des Falschen. Bloß weil im Wald viele krumme und faule Stämme liegen, gebe es doch trotzdem gerade und grüne Bäume, und bloß weil eine Krankheit in der Welt sei, sei doch nicht die ganze Welt krank. Die Angelegenheit werde hier verdreht und das Urteil getäuscht.
Frage man also nach der Wahrheit, dem Rechten, dem Lobenswerten, dem Ehrenhaften. Dies existiere von sich aus, unveränderlich, und weiche nie vom rechten Weg ab; eher gehe die Welt unter. Dies also wolle man suche und pflegen, und nicht das Gegenteil, das schändlich und falsch sei. Ein rechter Winkel bleibe ein rechter Winkel, auch wenn es spitze und stumpfe ebenso gebe, und daran ändere die Meinung keines Menschen etwas. So stütze auch das Recht sich selbst und sei unbeweglich, ausgerichtet am Göttlichen. Und auch wenn Edikte und Gesetze sich ändern, tue es die Gerechtigkeit dennoch nicht. Was andere Völker und Menschen für recht und billig halten, betreffe ihn nicht; er kümmere sich nur um das Eine, das ewig unveränderlich sei: Das Recht, das Gute und Billige. Dieses sei schön und billig und in der Tat nützlich, sein Ursprung göttlich und alles andere in dieser Welt wertlos.

(Alexander Hubert)

Anmerkungen

Adressat mutmaßlich "Crispus".