Camerarius an Hessus, 13.08.1536

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Hessus an Camerarius, 24.04.153624 April 1536 JL
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Camerarius an Hessus, 15361536 JL
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Camerarius an Hessus, 13.08.153613 August 1536 JL
 Briefdatum
Camerarius an Hessus, 14.03.153714 März 1537 JL
Hessus an Camerarius, 29.08.153729 August 1537 JL
Hessus an Camerarius, 15391539 JL
Werksigle OCEp 0179
Zitation Camerarius an Hessus, 13.08.1536, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (02.11.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0179
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1557
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. E5v-E7r
Zweitdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 391-394
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Helius Eobanus Hessus
Datum 1536/08/13
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Idib. Sextilis
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Plurimis meis hinc ad te missis litteris
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? nein
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefe/Parallelüberlieferung
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen VG, 20.10.22: Philippismus: wohl nicht Philippismus im religiösen Sinne. Vielleicht eher „enge Beziehung zu Melanchthon ?“. Vielleicht aber auch bezogen auf Hessi Bestreben, nach Hessen zurückzukehren? Am 1.9. 1536 traf er in Marburg an der Universität ein. Daher wohl auf "ut spero, iam tuus princeps": Philipp (Hessen), der hoffentlich schon dein neuen Landesfürst ist.

Ulmenses: ist der Schwäbische Bund gemeint? Zu Hessi Rückkehr nach Hessen: vgl. Narratio Hessi, §XXVI (Burkard 2003, S. 120f.)

Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:VG
Gegengelesen von
Datumsstempel 2.11.2022
Werksigle OCEp 0179
Zitation Camerarius an Hessus, 13.08.1536, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (02.11.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0179
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1557
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. E5v-E7r
Zweitdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck S. 391-394
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Helius Eobanus Hessus
Datum 1536/08/13
Datum gesichert? ja
Bemerkungen zum Datum Idib. Sextilis
Sprache Latein
Entstehungsort Tübingen
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Plurimis meis hinc ad te missis litteris
Regest vorhanden? nein
Paratext ? nein
Register Briefe/Parallelüberlieferung
Datumsstempel 2.11.2022


Regest

Von mehreren verfassten Briefen, die Camerarius verfasst habe, habe nur einer mit Sicherheit Hessus erreicht. Wortreiche Entschuldigung dafür, dass Camerarius seltener als Hessus schreibe. Was aber wäre gerechter, als dass C. für die Freundschaft zu H. kämpfe? Er habe aber lediglich einen einzigen Brief als Antwort auf fast 600 (wohl übertragen gemeint) erwidert.

Zu Hessus’ Philippismos (unklar): Er glaube nicht, dass der Adel oder die Kirche ihm deswegen lästig fallen würden. Für Hessus spreche nämlich sehr viel. Es tue Camerarius leid, dass Hessus auf die Gesellschaft Georg Sturtz’ verzichten müsse. Hessus solle eine glückliche Reise in seine Heimat (Hessen) antreten. Camerarius fühle sich (in Tübingen) gar nicht heimisch, wo er künftig wohnen und vielleicht auch sterben werde.

Hessus mache Camerarius Hoffnung auf ein baldiges Treffen, da Hessus zusammen mit Philipp (Melanchthon) (nach Tübingen) kommen werde. Wegen der vielen Verpflichtungen (Melanchthons) sei diese Hoffnung allerdings unsicher. Es sei bereits eine hervorragende Gelegenheit durch sein Zögern verpasst worden, als er in der Heimat des Hessus (Hessen) gewesen war; (unklar:) sowie hoffentlich auch Hessus’ Fürst (Philipp von Hessen), als Friedensstifter zwischen Camerarius’ Fürst (Ulrich (Württemberg)) und den Ulmern. In seiner Begleitung sei der Arzt Meckbach gewesen, ihr alter Freund. Mit ihm habe Camerarius fast einen ganzen Tag verbracht.

Solange Camerarius auf Philipp (Melanchthon) warte, breche er noch nicht in die Thermen auf. Klagen über körperliche und seelische Schmerzen wegen des Todes von Christoph Coler und Appelles (Johann Apel?). Lob der beiden. Sorge um das Wohl des Staates. Erasmus (Ebner?) sei schon Ratsmitglied (senator; laut Wikipedia wurde Ebner 1536 jüngerer Bürgermeister). Camerarius habe Hessus seine Epitaphien geschickt, um die alte Sitte zu bewahren und sich nicht um τὴν ἀνθεινὴν ἐξουδένωσιν (vgl. Literaturangabe) zu scheren. Hessus solle auch selbst welche verfassen. Hessus möge zu Camerarius kommen. Die Ankunft eines Poeten würde Camerarius in dieser kulturlosen Gegend freuen.

Sorgen wegen des Krieges in Frankreich. Lebewohl und Grüße.

(Manuel Huth / Vinzenz Gottlieb)

Anmerkungen

  • "Solange Camerarius auf Philipp (Melanchthon) warte": Melanchthon wurde in Tübingen erwartet, um bei der Universitätsreform zu helfen. Aufgrund seiner vielen Verpflichtungen konnte er allerdings erst im September 1536 dorthin reisen (vgl. MBW, Nr. 1785).
  • "Camerarius habe Hessus seine Epitaphien geschickt": vielleicht Camerarius, Χριστοφόρῳ Κολήρῳ, 1538.
  • "als er in der Heimat des Hessus gewesen war": entweder eine Anspielung auf das Religionsgespräch mit Martin Bucer, das im Dezember 1534 in Kassel stattfand (vgl. MBW, Nr. 1510-1514) oder auf das Marburger Religionsgespräch Ende September/Anfang Oktober 1529 (vgl. MBW, Nr. 820-833; Werner 2010, S. 109).

Literatur und weiterführende Links

  • Heerwagen 1867, 17 Anm. 81 (Zu einer griechischen Anspielung (Bl. E 6 v) auf die Sammlung "epistolae floridae" des Erasmus).