Hessus an Camerarius, 1526-1533 ag

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Werksigle OCEp 0069
Zitation Hessus an Camerarius, 1526-1533 ag, bearbeitet von Manuel Huth (02.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0069
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. H8v-I1r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum: zwischen 1526 und 1533 (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1526
Unscharfes Datum Ende 1533
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Capita eorum de quibus in Symposio quaereremus
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Stilkritik
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH
Gegengelesen von
Datumsstempel 2.04.2019
Werksigle OCEp 0069
Zitation Hessus an Camerarius, 1526-1533 ag, bearbeitet von Manuel Huth (02.04.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0069
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. H8v-I1r
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum: zwischen 1526 und 1533 (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung
Unscharfes Datum Beginn 1526
Unscharfes Datum Ende 1533
Sprache Latein
Entstehungsort Nürnberg
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Capita eorum de quibus in Symposio quaereremus
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Stilkritik
Datumsstempel 2.04.2019


Entstehungs- und Zielort ermittelt.

Hinweise zur Datierung / Vorbemerkung zum Regest

  • Terminus post quem: Das Regest nimmt auf einen Streit Bezug, der zwischen Hessus und Camerarius über die Frage ausgebrochen war, ob auch Plinius zu den besonders nachahmenswerten Autoren der Antike gehört. Der Streit brach 1526 aus (vgl. hierzu Krause 1879, Bd. 3, S. 36-40 sowie Hessus an Camerarius, 1526).
  • Terminus ante quem: Der Brief ist offenbar entstanden, als Camerarius und Hessus gemeinsam in Nürnberg wirkten. Hessus verließ die Stadt im Jahr 1533.

Regest

Hessus habe Camerarius eine Zusammenfassung der bei ihrem Symposium untersuchten Themen geschickt. Vielleicht werde sie Camerarius besonders gefallen, weil sie mehr die Anhängerschaft des Cicero als die des Plinius verteidige. Je sorgfältiger er darüber nachdenke, desto mehr sage ihm die Gedanken des Camerarius (sc. der Ciceronianer) zu. Er schreibe dies nicht, um Camerarius zu schmeicheln, damit dieser es unterlasse, etwas gegen die Argumente des Hessus vorzubringen, denn obwohl er die Position des Camerarius gut kenne, werden die Gegenargumente des Camerarius alles treffender und besser verdeutlichen.

Lebewohl. Camerarius solle pünktlich kommen oder besser noch, ein wenig früher.

(PS / auf Beiblatt verschickter Text:) Jedes Zeitalter habe hochbegabte Menschen hervorgebracht, die sich freilich stark voneinander unterschieden. Dennoch passiere es irgendwie, dass im selben Zeitalter und sozusagen selben Jahrhundert alle einander so ähnlich seien, dass sie dieselbe rhetorische und stilistische Ausdrucksweise (φράσις eloquentiae ac dictionis) zu haben schienen. So unterscheide sich die Zeit, als Cicero unter Augustus (sc. Octavian) und kurz zuvor lebte, von der späteren und dennoch nicht uneleganten Zeit unter Traian, Hadrian und wenigen anderen Kaisern. Das folgende Jahrhundert habe sich dann sofort der Barbarei zugeneigt, bis die schmutzige Flut der Goten alles verunstaltete und eine beschämende Barbarei hereinbrechen ließ, die beinahe bis zur Gegenwart angedauert habe. Da man sich zurzeit ihrer einigermaßen zu entledigen scheine, halte es Hessus für töricht, irgendeinen neuen Autoren (sc. Plinius) mit seiner sozusagen verweichlichten und verzärtelten beinahe asianischen Beredsamkeit zur Nachahmung gerade dem besten der Alten (sc. Cicero) vorzuziehen.

(Manuel Huth)