Camerarius an Carinus, 15XX

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Carinus, 01.01.15351 Januar 1535 JL
Werksigle OCEp 0802
Zitation Camerarius an Carinus, 15XX, bearbeitet von Manuel Huth und Jochen Schultheiß (31.08.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0802
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 441-443
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Ludwig Carinus
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; Terminus post quem: Tod Wilhelm Nesens; Terminus ante quem: Druckdatum der Briefsammlung
Unscharfes Datum Beginn 1524/07/06
Unscharfes Datum Ende 1568
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Verum igitur illud est, quod, ut opinor
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:JS
Gegengelesen von Benutzer:US
Datumsstempel 31.08.2019
Werksigle OCEp 0802
Zitation Camerarius an Carinus, 15XX, bearbeitet von Manuel Huth und Jochen Schultheiß (31.08.2019), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0802
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae familiares, 1583
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck S. 441-443
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Ludwig Carinus
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.; Terminus post quem: Tod Wilhelm Nesens; Terminus ante quem: Druckdatum der Briefsammlung
Unscharfes Datum Beginn 1524/07/06
Unscharfes Datum Ende 1568
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Verum igitur illud est, quod, ut opinor
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 31.08.2019


Regest

Camerarius beginnt mit einer Entschuldigung für die verzögerte Antwort. Zumindest in Hinblick auf den Willen wolle er nicht träge erscheinen. Durch eine Krankheit, die ihn nach dem letzten Besuch des Carinus beschlichen habe, sei er nicht nur von dieser Pflicht, sondern auch von anderen abgehalten worden. An dem letzten Brief von Carinus habe Camerarius besonders gefallen, wie Carinus zeige, dass er Camerarius' Zuneigung zu ihm erkannt habe. Nachdem Camerarius vielfach wechselseitige Freundschaftsbekundungen thematisiert hat, nennt er als einzigen betrüblichen Punkt an Carinus' Brief die Erwähnung von Wilhelm Nesen. Auch wenn die beiden erst vor Kurzem in ihren Gesprächen seiner gedacht hätten, rufe sein schrecklicher Tod (miserabilis interitus) bei Camerarius Bitterkeit hervor.
Camerarius zeigt sich dankbar dafür, dass Carinus seine medizinischen Schriften (oder: seine Heilmittel - im Sinne von Korrekturvorschlägen ? Zu den möglichen Deutungen von nostra medica siehe unten über die "Datierung") durch sein Urteil ehre. Er wünsche sich, dass diejenigen, die gegenwärtig in dieser Gattung Bücher verfassten, gründlicher arbeiteten. Hierüber wolle er aber nicht mehr sagen. Er schrecke mit gutem Grund von Übersetzungen dieser Art zurück. Gleichwohl missbillige er sie nicht, zumal dann nicht, wenn jemand zu den wenigen gehöre, die sich darauf verstehen. Bei ihm aber löse die Übersetzung Widerwillen aus und bringe ihm wenig Genuss. Ein Nutzen (utilitas), der alles aufwöge, könne nur durch Perfektion erreicht werden. In diesen Tagen sei er gerade krank und arbeite ein Werk dieser Art aus, das Carinus zugesandt werden solle. Carinus wolle schon wissen, was es sei. Das möchte ihm Camerarius noch nicht verraten, damit er das Werk unverfälscht und ohne Voreingenommenheit empfange.
Was Carinus von Limburg (unbekannt) zu berichten habe, bestärke die positiven Erwartungen, die Camerarius hege. erst neulich habe er von dessen Neigung zur Tugend und den schönen Künsten erfahren. Er werde durch ihre Förderung den Klang seines Namens mehren.

Camerarius wünscht Carinus weiterhin gutes Gelingen bei seinem Einsatz für die Bildung. Abschließend erinnert er Carinus, dass dieser seinen Besuch angekündigt habe. Bis dahin soll er nicht davon ablassen zu schreiben.

(Jochen Schultheiß)

Datierung

Unklar ist die Bedeutung von Nostra medica (S. 442 oben). Man kann sich scripta ergänzt denken. Dann wäre hier an Camerarius' "De Theriacis et Mithridateis Commentariolus" zu denken, der die Übersetzungen einiger Rezepte sowie des "Libellus ad Pamphilianum de Theriaca" enthielt, der 1536 als Teil der "Opera omnium utilissima" nachgedruckt wurde. Allerdings könnte an dieser Stelle Camerarius auch bildhaft reden und Korrekturvorschläge meinen, die gewissermaßen Heilmittel für den Text darstellen. Medica als substantiviertes Adjektiv im Neutrum Plural ist in der Bedeutung von "Heilmittel" in der antiken Literatur durchaus belegt. Die Erwähnung Limburgs rückt den Brief in die Nähe des Schreibens von Camerarius an Carinus vom 01.01.1535, wo dieser ebenfalls als hoffnungsvoller Schüler des Camerarius dargestellt wird.