Crotus an Camerarius, 09.03.1526

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
Version vom 1. April 2020, 15:42 Uhr von HIWI7 (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche


Diese Seite ist noch nicht bearbeitet und endkorrigiert.
Chronologisch vorhergehende Briefe
Chronologisch folgende Briefe
kein passender Brief gefunden
 Briefdatum
Crotus an Camerarius, 09.03.1526 a13 Juni 1527 JL
Werksigle OCEp 0224
Zitation Crotus an Camerarius, 09.03.1526, bearbeitet von Manuel Huth und Maximilian Wolter (01.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0224
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. F2r-F3r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Crotus Rubianus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1526/03/09
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Königsberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quanquam otium scribendi nullum est mihi
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand unkorrigiert
Notizen
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:HIWI7
Gegengelesen von
Datumsstempel 1.04.2020
Werksigle OCEp 0224
Zitation Crotus an Camerarius, 09.03.1526, bearbeitet von Manuel Huth und Maximilian Wolter (01.04.2020), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0224
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. F2r-F3r
Fremdbrief? nein
Absender Crotus Rubianus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1526/03/09
Datum gesichert? nein
Sprache Latein
Entstehungsort Königsberg
Zielort o.O.
Gedicht? nein
Incipit Quanquam otium scribendi nullum est mihi
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Datumsstempel 1.04.2020


Regest

Auch wenn er derzeit schwer beschäftigt sei, habe er nicht anders gekonnt, als auf Camerarius‘ Brief vom 28. Dezember zu antworten, der bei ihm am 4. März angekommen sei. Darin habe er über drei Themen gesprochen: Als zweites habe er von dem Vorhaben der Schule in Nürnberg erzählt. Zuletzt erhoffe er sich für seinen Freund eine glückliche Verlobte.

Im ersten Punkt singe Camerarius ein vielgenutztes Klagelied, an dessen Schluss er mit großer Bitterkeit feststelle, dass alle, die diese Zeiten der Übel und des Chaos schwer aufnehmen, dumm seien, wo doch offensichtlich sei, dass Gott so die Zügellosigkeit der Menschen geraderücke. Damit habe Camerarius den Nagel auf den Kopf getroffen. Tatsächlich sehe man überall große Übeltaten, Schwelgsucht, Raub und Gewalt, Meineid, Vermengung des Göttlichen und Menschlichen. Oft geschehe dies unter dem Vorwand der Frömmigkeit.

Was habe er zur den Erfurter pilei zu erzählen? Wie sei die sprachliche Kommunikation zwischen seinen Thüringern und Camerarius‘ Franken gelaufen? Letztere sprächen die Vokale mit weit offenem Mund aus und würden dabei kein Maß kennen. Die Thüringer wiederum zögen die Wörter sie sehr in die Länge, dass sie dabei wie Frauen wirken. Einen Lempus (unbekannt) kenne er nicht. Er sei ein Wahrsager, denn er mache Vorhersagen aufgrund der Handlinien. Ferobenius (unbekannt) reise eigentlich nie aus Thüringen aus, aber zur Zeit sei er in der Ferne. Er hätte gerne, dass Camerarius ihm Trost spende.

Der Schule in Nürnberg wünsche er alles Gute, allein schon wegen des noblen Ziels, aber auch weil sich dadurch hoffentlich die Kassen des Königs füllen könnten. Er selbst wolle lieber, wenn er kein vergilisches Ross haben kann, ein gewöhnliches Pferd nutzen, ehe dass er als Fußsoldat marschiere.

Zum dritten Punkt: er solle den Brief an Jakob lesen. Die Verlobte heiße Magnesia und sei 17 Jahre alt; nichts schöneres, gebildeteres und keuscheres gebe es unter der Sonne. Er solle mit der Heirat nicht zögern. Denn wie ein Dichter richtig gesagt habe, sei jemand, der heute nicht der richtige ist, morgen noch weniger richtig. Hier tröste ihn einzig die Menschlichkeit des Fürsten. Er solle doch öfter schreiben, oder riskieren, dass der König auf ihn wütend werde. Lebewohl.

(Maximilian Wolter)