Böte oder Bote

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Buch Wustmann (1903): Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des Häßlichen
Seitenzahlen 16 - 16
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Unsicherheit

In diesem Kapitel behandelte Zweifelsfälle

Behandelter Zweifelfall:

Substantiv: Pluralbildung

Genannte Bezugsinstanzen: Gegenwärtig, Gesprochene Sprache, Sprachverlauf, 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Eichendorff - Joseph von, München, Süddeutsch, Wien
Text

Bei einer Anzahl von Hauptwörtern wird der Plural jetzt oft mit dem Umlaut gebildet, wo dieser keine Berechtigung hat. Solche falsche Plurale sind: Ärme, Böte, Bröte, Röhre, Täge, Böden, Bögen, Kästen, Krägen, Mägen, Wägen, Läger. Man redet jetzt von Geburtstägen, Musterlägern, Fußböden, Gummikrägen usw. Bei den Wörtern auf en und er wird dadurch allerdings ein Unterschied zwischen der Einzahl und der Mehrzahl geschaffen, der namentlich in Süddeutschland üblich geworden ist.//* In München und in Wien fahrt man in Wägen! Die Nägel, die Gärten u. a. sind freilich schon längst durchgedrungen, während es im sechzehnten Jahrhundert noch hieß: die Nagel, die Garten.// Dennoch ist nur die Form ohne Umlaut richtig: die Arme, die Kasten, die Lager, die Rohre usw. Man denke sich, daß es in Eichendorffs schönem Liede: O Täler weit, o Höhen — am Schlusse hieße: Schlag noch einmal die Bögen um mich, du grünes Zelt! Auch Herzöge ist eigentlich falsch; das Wort ist bis ins siebzehnte Jahrhundert hinein nur schwach dekliniert worden: des Herzogen, dem Herzogen, die Herzogen. Dann sprang es aber in die starke Deklination über (des Herzogs), und nun blieben auch die Herzöge nicht aus: der Trog, die Trögeder Herzog, die Herzöge, die Ähnlichkeit war überwältigend.


Zweifelsfall

Substantiv: Pluralbildung

Beispiel
Bezugsinstanz gegenwärtig, Gesprochene Sprache, Sprachverlauf, 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Eichendorff - Joseph von, München, süddeutsch, Wien
Bewertung

keine Berechtigung, falsch, richtig

Intertextueller Bezug