Vermengung von als, wo, und daß

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Buch Matthias (1929): Sprachleben und Sprachschäden. Ein Führer durch die Schwankungen und Schwierigkeiten des deutschen Sprachgebrauchs.
Seitenzahlen 277 - 278
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Unsicherheit

In diesem Kapitel behandelte Zweifelsfälle

Behandelter Zweifelfall:

Subjunktion: Auswahl

Genannte Bezugsinstanzen: Auerbach - Berthold, Neu, Jaenicke - Karl, Zeitungssprache
Behandelter Zweifelfall:

Relativsätze und Konkurrenzkonstruktionen

Genannte Bezugsinstanzen:
Text

Während ob, nur abhängige Fragsätze einleiten kann (fragen; wissen wollen; zweifeln ob), steht es oft falsch statt daß z. B. für den Fall, ob man wichtige Mitteilungen zu $Seite 278$ machen habe (Woche 23) oder: Ob man einmal bestimmte erbliche Fehlerarten nachweisen wird, ist nicht ausgeschlossen (= ist wahrscheinlich!). Auch als findet man oft in ungebührlicher Weise, namentlich in der Verbindung: bei dem Umstande, als, die auf einer Verquickung mit insofern als beruht, z. B. bei dem neueren Erzähler K. Jänike: Mit (!) dem Umstande, als (statt daß) seine Tante eine reiche Fleischhauerin in G. war, stand ihm sogar etwas Großes in Aussicht. Noch falscher steht als zeitlich in solchen Sätzen wie dem Auerbachs: Es wird jetzt ungefähr acht Monate sein, als ich einen Brief aus Sevilla erhielt. Wieder sind da zwei Fügungen vermengt: es war ungefähr vor 8 Monaten, als ich ... erhielt, und: es wird jetzt ungefähr 8 Monate (her) sein, daß ich erhielt. — Vollends die noch häufigeren Wendungen: bei der Gelegenheit, in dem Augenblicke u. ä. daß (z. B. daselbst ein Ministerium geht), die vielmehr ein Relativ wie wo, auch als fordern, sind lediglich Gallizismen und noch dazu verschuldet von schlechten oder ungewissenhaften Kennern des Französischen, die nicht beachten, daß das da übliche französische que nicht die Konjunktion daß, sondern — auch ein relatives Adverb ist.

Bei alledem wäre es jedoch ein Irrtum, zu glauben, daß solche Verquickungen nur sprachstörend gewirkt hätten. Oft sind anfangs vereinzelte Abweichungen, die darauf beruhen, vielmehr allgemein üblich geworden und haben eine gewisse Mannigfaltigkeit der Ausdrucksweisen für die nämliche Sache geschaffen, manchmal auch — und dann soll man sie doppelt beachten — mit einer feinen Abtönung des Sinnes; nicht selten stehen freilich auch duldbare Verschmelzung und unzulässige Vermengung hart nebeneinander.


Zweifelsfall

Subjunktion: Auswahl

Beispiel
Bezugsinstanz Auerbach - Berthold, neu, Jaenicke - Karl, Zeitungssprache
Bewertung

auf einer Verquickung beruht, duldbare Verschmelzung, falsch, Frequenz/allgemein üblich, Frequenz/nicht selten, Frequenz/noch häufigeren, Frequenz/oft, Frequenz/vereinzelte, haben eine gewisse Mannigfaltigkeit der Ausdrucksweisen für die nämliche Sache geschaffen, in ungebührlicher Wesie, Noch falscher, unzulässige Vermengung, verschuldet von schlechten oder ungewissenhaften Kennern des Französischen, zwei Fügungen vermengt

Intertextueller Bezug


Zweifelsfall

Relativsätze und Konkurrenzkonstruktionen

Beispiel
Bezugsinstanz
Bewertung
Intertextueller Bezug