Hessus an Camerarius, 02.11.1534

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Hessus, 01.10.15341 Oktober 1534 JL
Hessus an Camerarius, 20.09.153420 September 1534 JL
Hessus an Camerarius, 06.07.15346 Juli 1534 JL
 Briefdatum
Hessus an Camerarius, 02.11.15342 November 1534 JL
 Briefdatum
Camerarius an Hessus, 1535-15401535 JL
Hessus an Camerarius, 13.01.153513 Januar 1535 JL
Hessus an Camerarius, Anfang 02.1535Februar 1535 JL
Werksigle OCEp 0111
Zitation Hessus an Camerarius, 02.11.1534, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (03.01.2023), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0111
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. L5v-L7r
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1534-11-02
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum (postridie omnium sanctorum)
Unscharfes Datum Beginn
Unscharfes Datum Ende
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Ignosce mi Ioachime, et da veniam non tam negligentiae meae
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Büchersendung; Briefe/Kondolenzschreiben
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand korrigiert
Notizen VG, 3.1.22: Onomastos und Puniceus sind unklar.
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:VG
Gegengelesen von
Datumsstempel 3.01.2023
Werksigle OCEp 0111
Zitation Hessus an Camerarius, 02.11.1534, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (03.01.2023), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0111
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, De Helio Eobano Hesso, 1553
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. L5v-L7r
Fremdbrief? nein
Absender Helius Eobanus Hessus
Empfänger Joachim Camerarius I.
Datum 1534-11-02
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum ermitteltes Datum (postridie omnium sanctorum)
Sprache Latein
Entstehungsort Erfurt
Zielort Nürnberg
Gedicht? nein
Incipit Ignosce mi Ioachime, et da veniam non tam negligentiae meae
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Büchersendung; Briefe/Kondolenzschreiben
Datumsstempel 3.01.2023


Zielort mutmaßlich

Regest

Entschuldigung für das lange Schweigen. Auf den letzten Brief des Camerarius hatte er mit einem eleganten Brief antworten und ihn über seinen Schmerz mit hinwegtrösten wollen. Das schien C. in Form eines Epicedions eingefordert zu haben. Aber der Bote sei schneller als erwartet abgereist und auch bei seiner Rückkehr nicht zu Hessus gekommen und unbemerkt noch einmal abgereist. Hessus habe vermutet, C. könne ihm das Schweigen übel genommen haben, und so habe er die Abfassung des Epicedions (auf Lazarus Spengler, s. Anm.) immer wieder auf den nächsten Tag verschoben. Er habe aber etwas in Philipps Auftrag über Philipp geschrieben und sende es mit in diesem Büchlein (s. Anm.). Darin werde wohl kein Vers übermäßig lang sein, aber es werden viele schlechte Verse darin sein, und sie würden dem Onomastos und vielen anderen, aber auch C’s Puniceus sehr missfallen. Warum frage C. überhaupt nach diesem Manne? Um mit ihm zu lachen?

Unklare Andeutungen über Verleumdungen eines ungenannten Mannes (wohl Erasmus von Rotterdam). Ein solcher Nichtsnutz solle C. aber nicht von seinen schönen und nützlichen Beschäftigungen abhalten. Sie würden allen guten und gelehrten Männern gefallen. Deswegen spiele die Meinung dieses Aristarchos, Erythrus, Clitellarius keine Rolle. Man müsse ihn auslachen, weil man sonst Gefahr liefe, zu zürnen und Tragödien zu schreiben.

Es folgen sechs Verse (2 Hexameter, 2 Pentameter, 1 Distichon). Dabei wird auch der zuvor verstorbene (Lazarus) Spengler erwähnt. Er sei beiden ein guter Freund gewesen. Nun sei ihr Leid noch größer, da sie ja schon (Georg) Hoppel verloren hatten. Man müsse nun Gott bitten, ihnen Hieronymus Baumgartner d.Ä. möglichst lange zu bewahren, damit ihre Wissenschaften noch einen Patron hätten, denn es gäbe keinen gelehrteren und aufrichtigeren als ihn. Hessus wolle aber nicht vergessen, dass sie auch noch (Christoph) Coler, Magnus und Gauder hätten. C. möge sie alle grüßen, ebenso Johann Mylius und Wenzeslaus Nikodemus. Was denke C. über H’s Büchlein? C. möge ihm außerdem eine Brille für die Fernsicht schicken. C. möge wohlleben, und H’s ineptiae verzeihen. Er könne nicht anders. Wie ergehe es Micalus? Er solle Hessus ja nicht für einen Papisten halten, nur weil er papistische Weine trinke. Wiederum Lebewohl.

(Vinzenz Gottlieb)

Anmerkungen

  • "in diesem Büchlein": Es handelt sich wahrscheinlich um das Gedicht über den Sieg Philipps von Hessen bei der Rückeroberung Württembergs. Hessus hatte es im Auftrag Philipp Melanchthons geschrieben (vgl. OCEp 0110).
  • "die Abfassung des Epicedions": Ein solches Werk ist nicht bekannt und wurde möglicherweise nie geschrieben. Auch von C. ist kein Epitaph auf Spengler vorhanden.

Literatur